Rebensburg (l.) und Höfl-Riesch haben beide schon Olympia-Gold geholt © getty

Viktoria Rebensburg ist beim Riesenslalom der Damen Deutschlands große Medaillenhoffnung. Höfl-Riesch gibt sich deshalb locker.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - "Wir haben unser Soll erfüllt. Der Rest ist jetzt Zugabe", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier nach der Bronzemedaille im Teamwettbewerb und strahlte übers ganze Gesicht.

Drei Medaillen hatte der DSV als Ziel vorgegeben für die WM in Schladming, dieses Ziel ist nun bereits erreicht (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Dabei kommen nun eigentlich erst die Wettbewerbe, in denen die Deutschen auch während dieser Saison glänzten. Im Riesenslalom der Frauen fuhr Viktoria Rebensburg einen Saisonsieg ein. Fritz Dopfer, Felix Neureuther und Stefan Luitz schafften es im Riesenslalom allesamt aufs Podest.

Und auch im Slalom hat der DSV dank Maria Höfl-Riesch und Felix Neureuther erste Plätze auf dem Konto.

Rippenprellung bei Rebensburg

"Wir haben in allen vier Wettbewerben heiße Eisen im Feuer", wagt Dopfer schon einmal eine Kampfansage Richtung Konkurrenz ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM ).

Das heißeste Eisen am Donnerstag (ab 10 Uhr im LIVE-TICKER) sollte Viktoria Rebensburg sein. "Die Vikky wird da richtig fit sein, steile Hänge mag sie", prognostiziert Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier bei SPORT1.

Allerdings stürzte die Mitfavoritin am Mittwoch im Training schwer und prellte sich dabei die Rippen. Rebensburg geht damit angeschlagen in den Riesenslalom.

Bis zu 43 Prozent Gefälle weist der Hang in Schladming auf, dazu ist es eine richtige Eispiste. Eine große Herausforderung für die Damen - und für die Ski.

"Die Piste wird nicht einfach zu fahren sein - da ist auch das Material entscheidend", blickt Rebensburg voraus.

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Traumlauf in Are

Dass die Olympiasiegerin mit schwierigen Hängen bestens zurechtkommt, bewies sie im Dezember beim Erfolg in Are. Im ersten Durchgang deklassierte sie damals die gesamte Konkurrenz mit einer Fabelfahrt, auch Seriensiegerin Tina Maze ließ sie klar hinter sich.

Trotz eines schweren Fehlers im zweiten Lauf blieb sie am Ende vorne.

Maze als Topfavoritin

Dennoch sieht sie die Slowenin als erste Gold-Kandidatin. "Für mich ist die Favoritin im Riesenslalom Tina Maze. Auch Anna Fenninger und Tessa Worley schätze ich sehr stark ein", nennt sie ihre Hauptkonkurrentinnen.

Fenningers Selbstvertrauen hat allerdings nach ihren bisher enttäuschenden Auftritten bei dieser WM gelitten. Maze dagegen wird mit Wut im Bauch an den Start gehen, nachdem ihr Traum vom historischen Fünferpack gescheitert ist (DATENCENTER: die Ergebnisse der Ski-WM).

Höfl-Riesch fährt "locker drauf los"

Völlig losgelöst dagegen will Maria Höfl-Riesch das Rennen angehen. Drei Medaillen hat sie schon in der Tasche, obwohl sie einige vor der WM schon abgeschrieben hatten.

"Ich fahre einfach locker drauf los, ich habe nichts zu verlieren, da ich nicht wirklich zu den Favoritinnen gehöre", gibt sie als Marschroute aus. Allerdings bewies die Super-Kombi-Weltmeisterin mit Platz vier in Maribor, dass sie es auch im Riesenslalom in Podestnähe schaffen kann.

Ohne Trainingspraxis

Das Rennen Ende Januar war gleichzeitig der letzte Termin, bei dem Höfl-Riesch auf Riesenslalom-Skiern stand. Am Mittwoch versuchte sie sich mit mehreren Trainingseinheiten wieder daran zu gewöhnen.

Das scheint ein Nachteil gegenüber der Konkurrenz, die mehr Zeit hatte, sich auf das Rennen vorzubereiten.

Keine Angst vor dem Hang

Die Steilheit des Hanges ist eine weitere Hürde für die Doppel-Olympiasiegerin - behauptet zumindest Wasmeier: "Da wird sie sich richtig schwer tun."

Der Held von Lillehammer 1994 glaubt, Höfl-Riesch könne sich bei steilen Hängen nicht richtig überwinden.

Sie selbst äußert sich zwar auch respektvoll, aber keineswegs ängstlich: "Der Hang ist wirklich schwierig, aber ich habe gezeigt, dass mir diese Bedingungen liegen."

Der große Vorteil der 28-Jährigen ist: Diesmal lastet nicht der ganze Druck auf ihr alleine. Mit Rebensburg schickt der DSV zwei Medaillenkandidatinnen ins Rennen.

Auch das ist ein Grund für Höfl-Rieschs Lockerheit.

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