Die DSV-Halbzeitbilanz bei der WM könnte fast nicht besser sein. Wasmeier wird abgekanzelt. Ein Duo lässt auf mehr hoffen.

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Von der Ski-WM berichten Andreas Kloo und Paul Willmann

Schladming ? Als die große Heldin den DSV-WM-Treff betrat, brandete tosender Beifall auf. ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM )

Auch Franz Beckenbauer hatte schon auf Maria Höfl-Riesch gewartet und umarmte die zweifache Medaillengewinnerin herzlich. (BERICHT: Happy End für Riesch)

Die schien bei dem großen Trubel um ihre Person zunächst verlegen, schnappte sich dann aber das Mikro:

"Vielen Dank an alle, die hier mitgewirkt haben, den DSV und das Trainerteam. Die Unterstützung war der Grundstein für den Erfolg", bedankte sich die Weltmeisterin in der Super-Kombination artig. (DATENCENTER: die Ergebnisse der Ski-WM)

Hörmann watscht Wasi ab

DSV-Präsident Alfons Hörmann knüpfte sogleich an die Dankesworte seiner Athletin an, ließ sich im Freudentaumel dann aber auch zu einer Attacke gegen die Kritikerschar hinreißen.

Er berichtete von einem Gespräch mit Beckenbauer, mit dem er auf der Tribüne kurz vorher Höfl-Rieschs Fahrt zu Abfahrts-Bronze verfolgt hatte:

"Der Franz hat zu mir gesagt: Das was die Maria hier leistet, ist die richtige Antwort auf die Aussagen sogenannter Experten."

Die Anwesenden im Deutschen Haus wussten, wer mit dieser Breitseite gemeint war: der deutsche Doppel-Olympiasieger von 1994, Markus Wasmeier. (BERICHT: Schlammschlacht überschattet WM-Auftakt)

Sie reagierten mit Johlen und Klatschen.

"

Bestrebungen von außen widerstanden"

Wie sehr Hörmann die Angriffe gegen das Aushängeschild Höfl-Riesch vor der WM gestört hatten, wurde nun klar.

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Denn einmal in Fahrt, legte er nach: "Die zahlreichen Versuche, die Maria, ihren Mann und den DSV auseinanderzudividieren, sind gescheitert", hielt er fest.

"Wir haben diesen Bestrebungen von außen widerstanden und den Schulterschluss hinbekommen", lobte er sich und den Verband selbst.

Entspannte Stimmung im Team

Der DSV feiert sich zurecht und genießt nun die lockere Stimmung, die nach Gold und Bronze durch Höfl-Riesch herrscht.

Bei der abendlichen Pressekonferenz zum Teamwettbewerb wurde gelacht und gescherzt.

"Für uns als Team ist es nun entspannter, wir müssen keiner Medaille nachlaufen", brachte es DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier auf den Punkt.

Dritte Medaille im Visier

Dennoch hat der DSV auch in der zweiten WM-Woche in Schladming weitere Ziele im Auge. Denn eine Medaille fehlt noch, um die Vorgabe von drei Mal Edelmetall zu erreichen.

Maier sieht aber gute Chancen, dieses Ziel zu erreichen: "Im Weltcup waren wir in den technischen Bewerben immer stärker."

Rebensburg und Neureuther hochmotiviert

Das liegt auch an Viktoria Rebensburg und Felix Neureuther, die sich durchaus Chancen auf Gold ausrechnen können.

Rebensburg gilt im Riesenslalom als ganz heißes Eisen, Neureuther könnte im Slalom Marcel Hirscher den Titel streitig machen.

Beide zeigten sich am Sonntag hochmotiviert: "Ich bin hierhergekommen mit dem Traum eine Medaille zu gewinnen. Dafür werde ich alles tun", versprach die Riesenslalom-Olympiasiegerin.

Neureuther wollte von einer allzu großen Beflügelung durch Höfl-Rieschs Erfolge allerdings nichts wissen: "Natürlich ist es schön für den Deutschen Skiverband. Aber ich schaue in erster Linie auf mich selbst."

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