Maria Höfl-Riesch gewann bei Olympia 2010 in Vancouver Gold in der Super-Kombi © getty

Maria Höfl-Riesch findet nach dem Horror-Auftakt zu sich und freut sich auf die Super-Kombi. Das DSV-Team schrumpft zusammen.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Endlich huschte wieder ein Lächeln über die Lippen von Maria Höfl-Riesch.

Als sie von SPORT1 nach dem Abfahrtstraining nach ihrem Gefühl unterwegs gefragt wurde, zeigte sie sich zufrieden:

"Im oberen Teil war die Piste heute deutlich besser und griffiger und deshalb auch schneller zu fahren. Im unteren Teil war es immer noch langsam, aber das liegt auch an der drehenden Kurssetzung."

Das Training beendete sie als Fünfte, das ließ sie optimistisch auf die Super-Kombination am Freitag (ab 10 Uhr im LIVE-TICKER) blicken:

"Alles in allem hatte ich heute ein viel besseres Gefühl als gestern und freu mich jetzt auf morgen." ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM )

Wettanbieter sehen Medaillenchance

Höfl-Riesch hat auch allen Grund, motiviert zu sein. Die Super-Kombi ist nicht nur ihrer Meinung nach ihre größte Medaillenchance. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Die Wettanbieter setzen sie in der Favoritenliste ebenso auf Position zwei wie überraschenderweise auch die österreichische Journalistenriege.

Nur Super-G-Weltmeisterin Tina Maze wird noch höher eingeschätzt: "Wenn die normal fährt, geht Gold nur über sie", ist sich die Österreicherin Elisabeth Görgl sicher.

Wenig Slalom-Training

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Betrachtet man die Fakten, hat Höfl-Riesch aber tatsächlich gute Chancen, zumindest Silber zu gewinnen.

Im letzten Winter war sie immerhin viertbeste Abfahrerin und im Slalom hat sie in diesem Jahr bereits gewonnen - auch wenn sie zugibt, dass sie zuletzt nicht oft auf den kurzen Skiern trainierte.

Gleicher Fehler wie im Super-G

Auf den langen Skiern kam sie am Donnerstag im Training gut zurecht, nur zwei Stellen fuhr sie nicht optimal. "Bei zwei Kurven war ich noch zu weit innen, das war der gleiche Fehler wie im Super-G", sagte Höfl-Riesch.

Am Dienstag zog es ihr nach einem solchen Fehler den Außenski weg, und das Rennen war nach 21 Sekunden beendet.

Telefonat mit Vonn

Generell hat sie ihren Ausfall im Super-G aber längst abgehakt: "Es war ein Ausfall und fertig, es waren nicht die besten Umstände für mich. Wenn man sieht, was an dem Tag alles passiert ist, war der Ausfall für mich das kleinste Übel."

Das größere Übel war für Höfl-Riesch der schlimme Sturz ihrer Freundin Lindsey Vonn.

Noch am Abend nach dem Super-G telefonierten die beiden miteinander. Höfl-Riesch erfuhr, dass es der Amerikanerin den Umständen entsprechend gut gehe.

Stecherts fallen aus

Offenbar half auch die Seelenmassage von Teamkolleginnen und Trainern, die Doppel-Olympiasiegerin wieder aufzurichten. "Die Stimmung im Team ist gut, wir bauen uns alle gegenseitig auf", berichtete die Partenkirchenerin.

Dabei wird das Team derzeit hart getroffen von schlechten Nachrichten. Am Mittwoch musste Gina Stechert ihren Start in der WM-Abfahrt am Sonntag absagen.

Tags darauf trat auch ihr Bruder Tobias die Heimreise an. Die Geschwister werden beide von Knieschmerzen geplagt, die WM ist für sie beendet.

Zwangspause für Dürr

Lena Dürr legt zudem eine Zwangspause ein.

Ursprünglich war sie auch für die Super-Kombination vorgesehen.

Aber schon im Super-G kam sie mit dem Hang nicht zurecht: "Man tut ihr im Moment keinen Gefallen, wenn man sie fahren lässt", begründete DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier die Entscheidung.

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