Die österreichische Skilegende Karl Schranz erklärt in seiner SPORT1-Gastkolumne den Stellenwert der Ski-WM in Schladming.

Liebe Ski-Fans,

die Vorfreude bei uns in Österreich auf die Alpine Ski-WM in Schladming ist riesig.

Eine Ski-WM in Österreich ist vom Stellenwert her genauso hoch wie in Deutschland eine Fußball-Weltmeisterschaft. Wie erleben jetzt also unser rot-weiß-rotes Wintermärchen.

Für mich selbst ist eine Weltmeisterschaft fast schon Routine. 1958 habe ich meine ersten Titelkämpfe als aktiver Skiläufer erlebt, dreimal stand ich selbst ganz oben auf dem Podest.

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Ich war auch bei einigen Weltmeisterschaften in Österreich dabei und weiß, wie es ist, wenn wir die Titelkämpfe ausrichten.

2001 in St. Anton war ich - wie Franz Beckenbauer beim deutschen Sommermärchen 2006 - selbst im Organisationskomitee.

Mich stört allerdings, wenn immer wieder vom großen Druck die Rede ist, der auf unseren österreichischen Läufern lastet. Der Druck ist immer der gleiche. Jeder Läufer will gewinnen, egal wo die Weltmeisterschaften stattfinden.

Man sollte besser von einer hohen Erwartungshaltung der österreichischen Öffentlichkeit sprechen. Die wünscht sich nun mal Medaillen. Gibt es diese nicht, dann ist die Enttäuschung groß.

Das ist in Deutschland nicht anders, wenn die Fußball-Nationalmannschaft im Viertelfinale einer WM ausscheidet.

Ich denke aber, dass unsere Läufer - der Marcel Hirscher, die Anna Fenninger, aber auch die anderen Österreicher - sehr gut mit dieser Situation umgehen können.

Die internationale Konkurrenz ist allerdings groß. Das deutsche Team erscheint mir so stark wie lange nicht mehr. Mit Viktoria Rebensburg, Maria Höfl-Riesch und Felix Neureuther hat Deutschland drei Medaillenkandidaten, denen ich einiges zutraue.

Freuen wir uns auf eine spannende WM hier bei uns in Österreich.

Ihr Karl Schranz

Karl Schranz gehört zu den erfolgreichsten und populärsten österreichischen Skiläufern aller Zeiten.Der 74-Jährige aus St. Anton am Arlberg gewann drei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und zweimal den Gesamt-Weltcup.

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