Ein Jahr vor Olympia haben die deutschen Skeleton-Fahrerinnen ein WM-Debakel erlebt.

Die zweimalige Weltmeisterin Marion Thees (Friedrichroda) landete auf der weltweit einzigen Naturbahn in St. Moritz als beste BSD-Athletin auf einen enttäuschenden achten Rang. Der Rückstand der Weltcup-Gesamtführenden auf die britische Siegerin Shelley Rudman betrug nach vier Läufen indiskutable 3,39 Sekunden. WM-Silber sicherte sich die Amerikanerin Noelle Pikus-Pace vor der Kanadierin Sarah Reid.

Noch schlimmer als Thees erwischte es Teamkollegin Anja Huber. Die 29-Jährige aus Berchtesgaden, immerhin Olympiadritte von Vancouver und Weltmeisterin von 2008, wurde nur 17. mit einem Rückstand von schier unglaublichen 5,19 Sekunden auf Rudman. Die Winterbergerin Katharina Heinz blieb als 19. (+5,72) ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurück.

Es war aus deutscher Sicht das zweitschlechteste Ergebnis in der WM-Geschichte. Schlechter schnitten deutsche Skeleton-Frauen nur vor fünf Jahren ebenfalls in St. Moritz ab. Damals hatte die Oberhoferin Monique Riekewald als beste BSD-Athletin den 14. Rang belegt.

"Das war eine WM zum Vergessen", fasste Huber stellvertretend für alle BSD-Starterinnen zusammen. An beiden Wettkampftagen hatten sie erhebliche Materialprobleme. "Die Kiste ist mir immer weggerutscht, da bist du nur am Korrigieren", beklagte sich Huber.

Doch das wollte Bundestrainer Jens Müller nicht als Ausrede gelten lassen: "Wir hatten beim Material Probleme, keine Frage. Aber das war nicht der einzige Grund. Auch am Start und in der Bahn wurden Fehler gemacht." Die riesigen Zeitabstände zur Spitze konnte er sich aber dennoch nicht erklären: "Ich bin fassungslos."

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