Der erst 23-jährige Felix Loch holte in Whistler schon seine vierte WM-Goldmedaille © imago

Der Olympiasieger führt die deutschen Rodler zu einem Vierfach-Triumph und überholt eine Legende. Auch Wendl/Arlt holen Gold.

Whistler - Als Felix Loch sogar Georg Hackl in den Schatten gestellt hatte, war der alte und neue Rodel-Weltmeister nicht mehr zu bremsen.

"Ich bin einfach rundum glücklich. Ich war locker, das Material hat gestimmt - und im zweiten Lauf ist mir eine gewaltige Fahrt gelungen", sagte der 24-Jährige nach der furiosen Vorstellung auf seiner Gold-Bahn von 2010 im kanadischen Whistler.

Loch stand an der Spitze eines deutschen Vierfachtriumphs und sorgte gemeinsam mit dem "Bayern-Express" Tobias Wendl/Tobias Arlt für einen goldenen WM-Auftakt der deutschen Rodel-Asse.

Loch überflügelt Mentor Hackl

"Wenn ich jetzt böse wäre, könnte ich sagen, dass ich Schorsch Hackl mit der Anzahl der WM-Titel übertrumpft habe. Aber darum geht es mir gar nicht", sagte Loch. SHOP: Jetzt Rodel-Artikel kaufen

Mit seinem vierten Titel nach 2008, 2009 und 2012 hat er seinen Mentor überflügelt und ist zum erfolgreichsten deutschen Rennrodler der WM-Geschichte aufgestiegen.

"Ich fahre hier auf der Bahn einfach unheimlich gerne. Ich liebe es, wenn es in den Hochgeschwindigkeitsbereich geht", meinte Loch, der 2010 an gleicher Stelle Olympiasieger geworden war.

Vierfach-Triumph für Deutschland

Der Titelverteidiger hatte am Ende 0,375 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Andi Langenhan. WM-Bronze sicherte sich Johannes Ludwig, der zweimalige Saisonsieger David Möller komplettierte als Vierter das herausragende deutsche Mannschaftsergebnis.

"Ich bin überglücklich", sagte Langenhan: "Vor allem, weil ich seit Olympia mit dieser Bahn hadere und vor allem in unteren Teil nie zurechtkam. Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen."

Auch Ludwig war mit Rang drei am Ende "total happy".

Weiß-Blauer Triumph

Schwarz-Rot-Gold dominierte auch bei den Doppelsitzern. Oder besser: Weiß-Blau.

Denn den ersten WM-Sieg eines deutschen Duos seit fünf Jahren feierten Wendl/Arlt im Ziel ausgelassen mit der bayerischen Fahne in der Hand.

"Gott sei Dank hat es endlich geklappt mit WM-Gold. Wir haben von Beginn an gemerkt, dass die Kiste zieht", sagte Wendl, der vor zwei Jahren bei der WM in Cesena noch böse gestürzt war.

Diesmal ließen Bestzeiten in beiden Läufen keinen Zweifel an der Überlegenheit der neuen Weltmeister.

Befreiungsschlag mit Bahnrekord

Schon im ersten Durchgang hatten "Tobias und Tobias" mit einem Bahnrekord den Grundstein gelegt, dann reichte ein nicht fehlerloser Sicherheitslauf zum Titel.

"Wir stehen ganz oben auf dem Podest. Das ist, was zählt. Endlich hat es bei einer WM gepasst", sagte Arlt.

Ein Jahr vor Olympia gilt das deutsche Duo damit auch als Gold-Favorit für Sotschi. "Mit diesem Druck können wir umgehen. Wir werden alles daran setzen, dort so stark zu sein wie jetzt", so Wendl.

Europameister zufrieden mit Silber

Mehr als zufrieden mit Silber waren auch Toni Eggert/Sascha Benecken, die bei der EM Mitte Januar in Oberhof die Favoriten Wendl/Arlt noch überraschend geschlagen hatten.

"Wir haben bestätigt, dass wir die Nummer zwei der Welt sind. Das war eine Super-Leistung", sagte Eggert.

Rang drei ging an die österreichischen Olympiasieger und Titelverteidiger Andreas und Wolfgang Linger.

Frauen heiß auf Medaillen

Schon in der Nacht auf Sonntag könnte der Medaillenregen für die BSD-Athleten seine Fortsetzung finden:

Im Einsitzer der Frauen gelten Natalie Geisenberger und Tatjana Hüfner als Topfavoriten, in der abschließenden Teamstaffel ist Deutschland in diesem Winter noch ungeschlagen.

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