Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi beginnt in der internationalen Eisschnelllaufszene der Materialkrieg. Nach einem Bericht der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf" sorgen die neuen Rennanzüge der USA für Ärger.

Sie sollen ihren Trägern regelwidrige aerodynamische Vorteile verschaffen.

Ein sogenannter "Stiernacken" soll die Verbindung der Kapuze mit dem Rückenstück aerodynamisch aufpeppen. Nach dem Reglement des Eislauf-Weltverbandes ISU muss sich ein Eisschnelllauf-Rennanzug den natürlichen Körperformen anpassen.

Das Anbringen von Nackenspoilern ist verboten. Durch die Form des Rennanzuges wird der natürliche Knick zwischen Kopf und Schulter geradegezogen.

"Die Amerikaner holen hier Zehntelsekunden heraus. Das sind Größen, für die wir ein ganzes Jahr hart trainieren", sagte der SportwissenschaftlerJac Orie, der auch Cheftrainer der Privatteams Activia und Brand Loyalty ist.

"Die Vorteile, die wir uns hart erarbeiten, dürfen wir nicht durch Materialnachteile verlieren", meinte Orie.

Das US-Eisschnelllaufteam fühlt sich von der Kritik nicht angesprochen. "Das ist ein Produktionsfehler", heißt es. Doch der aus den Niederlanden stammende ehemalige deutsche Bundestrainer und heutige Kanada-Coach Bart Schouten widerspricht dieser Interpretation.

Speedskating Canada habe schon in dieser Saison bei der ISU Protest eingelegt, der allerdings abgewiesen wurde.

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