Claudia Pechstein hat seit ihrem Wltcup-Debüt 1991 25 Siege eingefahren © getty

Beckert, Wolf und Pechstein gehen angeschlagen in die Saison. Bei den Männern sieht Eicher wieder Potenzial.

Berlin - Stephanie Beckert hat Rückenprobleme, Claudia Pechstein Geldsorgen und Jenny Wolf den Turbo verloren:

Die deutschen Kufen-Asse starten bei den deutschen Meisterschaften ab Freitag in Berlin mit Handicap in die vorolympische Saison.

Die goldenen Zeiten des deutschen Eisschnelllaufs neigen sich dem Ende zu.

"Das letzte Jahr hake ich ab. Ich muss wieder an die alte Schnelligkeit herankommen, deshalb betrachte ich die neue Saison als Zwischensaison", sagte Sprinterin Wolf.

Asiatinnen mit Wolfs Turbo

Die 33-Jährige musste im vergangenen Winter schmerzhafte Niederlagen einstecken und verlor ihre Vormachtstellung.

Bei der WM kam die Berlinerin über 500 m nach vier Siegen in Serie nur auf Rang sechs.

"Jennys Vorteil war immer der Turbo auf den ersten 100 Metern. Den zünden die Asiatinnen mittlerweile auch", sagte der deutsche Teamleiter Helge Jasch.

Die Frage wird sein, ob sich die einstige Seriensiegerin auch im reifen Alter noch einmal steigern kann. Trotz aller Rückschläge ist ein Thema aber vom Tisch.

"Sie macht definitiv bis Olympia weiter", sagte Jasch.

Beckert mit hartem Training

Team-Olympiasiegerin Beckert quälte sich durch die vergangene Saison, weil ihr der Rücken zu schaffen machte.

Am Ende reichte es bei der WM in Heerenveen aber doch noch zu zweimal Silber. An der Tschechin Martina Sablikova kam die Erfurterin nicht vorbei - das wird sich wohl auch im neuen Winter nicht ändern.

"Sie hat eisern an ihrem Rückenprogramm gearbeitet und weiß jetzt, was ihr schadet", sagte Bundestrainer Markus Eicher, der bei den Tests gute Ansätze sah: "Die ersten Eindrücke waren sehr gut."

Pechstein gut in Form

Pechstein trägt ebenfalls Hoffnungen auf Edelmetall.

Die 40-Jährige brennt vor Ehrgeiz und will bei Olympia 2014 in Sotschi unbedingt ihre zehnte Medaille holen. Dafür trainiert Pechstein hart, im ersten Test legte sie in 4:07,18 Minuten über 3000 m eine starke Zeit vor.

Doch kein Doping-Verstoß

Allerdings gestand Pechstein, dass ihr der Wegfall der Bezüge finanziell zu schaffen macht. Nach ihrer Sperre wegen erhöhter Blutwerte erhält sie keine Athletenförderung mehr.

Daneben droht die Berlinerin der ARD weiter mit einer Klage. Der Sender habe sie zu Unrecht in Verbindung mit der Doping-Affäre um die Causa Erfurt gebracht.

Das Deutsche Sportgericht entschied jüngst, dass die Blutbehandlung in Erfurt vor dem Jahr 2011 kein Doping-Verstoß war (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender 2012/13)..

Nummer drei gesucht

Trotz der unübersehbaren Probleme nimmt Eicher seine Damen in die Pflicht.

"Das ist ein wichtiges Jahr mit der WM in Sotschi. Bei der Olympia-Generalprobe wollen wir vorne dabei sein", sagte der Bundestrainer.

Allerdings musste auch er eingestehen, dass hinter dem Top-Trio im deutschen Frauen-Team eine große Lücke klafft. So ist unklar, wer mit Pechstein und Beckert im Team-Wettbewerb läuft.

Eicher: "Das entscheidet sich zwischen Isabell Ost und Bente Kraus."

Eichert fordert "nächsten Schritt"

Bei den Männern gab es nach Jahren der Entbehrungen auf den langen Kanten zuletzt wieder hoffnungsvolle Ansätze.

Dafür sorgte vor allem Moritz Geisreiter. Der 24-Jährige aus Inzell deutete mit seinem vierten Platz bei der WM an, dass er den Sprung aufs Podium schaffen kann.

Auch der Chemnitzer Alexej Baumgärtner und Routinier Marco Weber (München) zeigten sich verbessert.

"Jetzt ist es wichtig, dass sie den nächsten Schritt machen", sagte Eicher.

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