Thomas Florschütz hat einen perfekten Saisonabschluss beim Olympia-Test im russischen Sotschi nur hauchdünn verpasst. Der 34-Jährige aus Riesa musste sich in der Königsdisziplin Vierer nur dem lettischen Schnellstarter Oskars Melbardis um zwei Hundertstelsekunden geschlagen geben.

Florschütz, der schon einen Tag zuvor im kleinen Schlitten den zweiten Platz belegt hatte, nährte damit Hoffnungen auf Olympia-Medaillen in einem Jahr an selber Stelle.

"Das war ein geiler Abschluss einer Saison, die nicht so ganz einfach für uns war. Ich bin hochzufrieden mit unseren zweiten Plätzen", sagte Florschütz, der am Mittwoch seinen 35. Geburtstag feiert.

Die Leistungen des WM-Dritten auf der neuen Bahn am nördlichen Hang des Aibga-Bergrückens im Kaukasus sind hoch einzustufen, weil er im Vergleich mit anderen Top-Piloten am Start jeweils einen deutlichen Zeitrückstand kassierte.

Mit der Rückkehr seines derzeit verletzten Top-Anschiebers Kevin Kuske dürfte dieser Nachteil bei Olympia deutlich kleiner sein. "In der Bahn waren wir die Besten. Das stimmt mich optimistisch für Olympia", sagte Florschütz.

Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich wurde im großen Schlitten Sechster. Für die Crew um den Potsdamer Manuel Machata reichte es aufgrund erneuter Schwächen am Start nur zum neunten Platz.

Vierer-Weltmeister Maximilian Arndt musste verletzungsbedingt auf eine Teilnahme verzichten. In Arndts Abwesenheit sicherte sich der russische Lokalmatador Alexander Subkow mit dem dritten Platz den Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung.

Bereits im Wettbewerb der Frauen hatte Sandra Kiriasis mit ihrem 45. Weltcupsieg bewiesen, dass die deutschen Schlitten auf der geschätzt 50 bis 70 Millionen Euro teuren Bahn gut abgestimmt waren. Dabei hatten Organisationspannen die Vorbereitung erschwert.

"Es ging insgesamt etwas drunter und drüber, mit Trainingsabsagen und -verschiebungen. Dann war die Bahn am Anfang der Woche in einem Zustand, der nicht akzeptabel war", sagte Langen: "Es waren viele Kleinigkeiten, das ist immer nervig."

Seine Athleten hätten sich davon jedoch nicht ablenken lassen, lobte der ehemalige Weltklassepilot: "Das ging allen an die Nerven. Aber es haben sich alle zusammengerauft, das war sehr gut."

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