Biathlet Michael Rösch wollte nach seinem Nationenwechsel in diesem Winter wieder durchstarten, doch die belgischen Behörden machen dem Staffel-Olympiasieger das Leben weiter schwer.

"Die Akte Michael Rösch sollte an diesem Mittwoch, dem 30. Januar abschließend entschieden werden. Aus unerklärlichen administrativen Gründen wurde die Akte wieder vertagt, obwohl es im Vorfeld klare positive Zeichen von den Behörden gab, dass die Akte positiv verabschiedet wird", hieß es in einer Pressemitteilung von Röschs Management. Der Sachse muss weiter auf die ersehnte Einbürgerung warten und darf international nicht für Belgien antreten.

Eigentlich hatte der 29-Jährige einen Start bei den am Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto (7. bis 17. Februar) angepeilt. Das ist nun unmöglich, weil "die Einbürgerung von Michael Rösch nach Belgien ins Stocken geraten" ist. Es herrsche jedoch `unter allen Gremien, die über die Einbürgerung von Michael Rösch zu entscheiden haben, politischer Konsens", hieß es in der Mitteilung. Damit rückt für Rösch auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi in weite Ferne.

Bei den Behörden sei aktuell keine verbindliche Aussage zu bekommen. "Die Genehmigung kann morgen schon erfolgen, es kann aber auch noch acht Wochen dauern", sei alles, was man zu hören bekomme, teilte das Management mit und griff die Belgier direkt an: "Durch die Einbürgerung von Michael Rösch hätte man ein Zugpferd, um junge Sportler aus Belgien an diesen Sport heranzuführen. Außerdem scheint man gerade eine große Möglichkeit zu verpassen, dass sich auch der ein oder andere Sponsor aktiv bei der Jugendförderung beteiligt."

Der Altenberger, 2006 in Turin Olympiasieger mit der deutschen Staffel, hatte im September 2012 angekündigt, sich mit Beginn des Winters einem anderen Verband anschließen zu wollen. Der Deutsche Skiverband (DSV) plante deswegen nicht mehr mit dem zweimaligen Weltcupsieger.

Grund für Röschs Weggang sei die fehlende Perspektive im starken deutschen Team gewesen. Er schied bereits aus der Spitzensportförderung der Bundespolizei aus und verlor alle finanziellen Zuwendungen. Auf internationaler Ebene ist er nun weiter zum Zusehen gezwungen und muss eigenständig trainieren.

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