Auch nach den Rücktritten von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner und Dreifach-Olympiasieger Michael Greis treten die deutschen Biathleten bei der WM in Nove Mesto mit hohen Ansprüchen an.

"Wir sollten uns das Ziel setzen, um fünf bis sechs Medaillen mitzukämpfen. Das muss man ganz einfach machen, um die Leistungen hochzuhalten. Da bauen auch wir als Verband überhaupt keinen Druck auf", sagte Sportdirektor Thomas Pfüller vom Deutschen Skiverband (DSV).

Am Donnerstag startet die WM in Tschechien mit der Mixedstaffel, insgesamt stehen bis zum 17. Februar elf Wettbewerbe an acht Wettkampftagen auf dem Programm.

"Biathlon ist eine der Paradesportarten des DSV und soll es auch bleiben. Da sind die WM-Ergebnisse wichtig", sagte Verbandspräsident Alfons Hörmann: "Aber es steht eben doch eher eine konsequente Vorbereitung auf Sotschi im Vordergrund."

Demnach falle manche Entscheidung auch unter dem Aspekt "Wen wollen wir nächstes Jahr in Sotschi dabeihaben?"

Als vorweggenommene Ausrede für möglicherweise schwache Leistungen wollen das die Funktionäre aber nicht verstanden wissen. "Es ist auch kein Abschwächen der Zielsetzung. Die WM ist der Höhepunkt der Saison, und den wollen wir nutzen", betonte Hörmann:

"Insgesamt bin ich positiv gestimmt, wobei wir natürlich durchaus feststellen müssen, dass an der einen oder anderen Stelle noch ein Leistungsschub kommen muss."

Die größten Hoffnungen ruhen ein Jahr nach der Heim-WM, bei der es für den DSV in Ruhpolding fünf Medaillen gegeben hatte, vor allem auf der dreimaligen Saisonsiegerin Miriam Gössner und Andreas Birnbacher, der es im vorolympischen Winter bislang auf zwei Saisonsiege brachte.

"Unsere Leute haben nachgewiesen, dass sie im Laufe der letzten Wochen sehr, sehr stark sind", sagte Pfüller: "Die Athleten wollen selbst Medaillen gewinnen, und diese Chance haben wir."

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