Wenn die Biathleten am Sonntag im schwedischen Östersund in die Weltcupsaison starten, wird Staffel-Olympiasieger Michael Rösch fehlen.

Der geplante Nationenwechsel des 29-Jährigen nach Belgien ist gehörig ins Stocken geraten, ein Start noch in diesem Jahr scheint unmöglich.

"Leider, leider ist die Situation um mich noch nicht so rosig, wie wir uns das gerne erhofft haben", schrieb Rösch auf seiner Homepage und zeigte Galgenhumor: "Die Behördengänge in Belgien sind nicht wirklich schneller als die in Deutschland."

Demnach hat der gebürtige Sachse den notwendigen belgischen Pass noch nicht in der Tasche, denn die Einbürgerung beim Auswärtigen Amt des Königreichs Belgien ist an Bedingungen geknüpft.

Bis Ende des Jahres muss der komplizierte Fall jedoch abgeschlossen sein.

"Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an dem Vorhaben und früher oder später wird auch das zum Abschluss kommen", sagte Rösch, der 2006 in Turin mit der Staffel Gold gewonnen hatte.

Auch seinen Startplatz im Weltcup muss er sich zunächst hart erarbeiten, da Belgien als absoluter Biathlon-Zwerg keinen Quotenplatz besitzt. Das wäre ab Januar über eine gute Leistung im IBU-Cup möglich. Rösch versucht die eigentlich verlorene Zeit trotzdem sinnvoll zu nutzen: "Immerhin sind noch viele Wochen Zeit bis zum neuen Jahr und es gibt noch viel zu tun!"

Der Altenberger Rösch hatte bereits im September angekündigt, sich mit Beginn des Winters einem anderen Verband anschließen zu wollen. Der Deutsche Skiverband (DSV) plante deswegen nicht mehr mit dem zweimaligen Weltcupsieger.

"Michael Rösch ist bei uns international offiziell abgemeldet. Stand heute planen wir in der Zukunft nicht mehr mit ihm", hatte Björn Weisheit, der Sportliche Leiter der deutschen Biathleten gesagt. Grund für Röschs Weggang sei die fehlende Perspektive gewesen.

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