Miriam Gössner holte 2011 und 2012 WM-Gold mit der Staffel © getty

Im Sprint verpassen die deutschen Frauen die Podestplätze. Der Sieg geht nach Norwegen. Debütantin Laura Dahlmeier überzeugt.

Oslo - Während Debütantin Laura Dahlmeier bei ihrer Weltcup-Premiere über Platz sieben jubelte, wollte Miriam Gössner einfach nur in ihr Hotelbett.

"Ich bin ziemlich müde, es war doch alles ganz schön viel", sagte die Biathletin nach dem Weltcup-Sprint in Oslo. Nach drei Schießfehlern landete die 22-Jährige aus Garmisch auf ihrer Paradestrecke nur auf Platz 24 und konnte nicht in den Kampf um die Podestplätze eingreifen. ( 672976 DIASHOW: Bilder der WM )

Über 7,5 km war Altmeisterin Andrea Henkel am legendären Holmenkollen auf Rang sechs die beste DSV-Skijägerin.

Freude über Ruhe

"Ich bin froh, wenn ich jetzt die Beine hochlegen und etwas gutes Essen kann", sagte die Bayerin, die erst in der Nacht vor dem Rennen in Oslo eingetroffen war. Noch am Donnerstag hatte Gössner mit der deutschen Langlaufstaffel das WM-Rennen im italienischen Val di Fiemme absolviert.

Deswegen wird sie am Samstag vermutlich auch nicht an der Verfolgung in Norwegen teilnehmen. "Ich habe in den nächsten Wochen ein ziemliches Programm vor mir. Ich werde spontan entscheiden, ob ich am Samstag starte. Das hängt davon ab, wie ich mich fühle", sagte Gössner, die in der Loipe nicht wie gewohnt mithalten konnte und 1:48,8 Minuten Rückstand auf die fehlerfreie Siegerin Tora Berger (Norwegen) hatte.

Dahlmeier und Henkel happy

Während die Frohnatur bei herrlichem Winterwetter sichtlich geschafft durch den Zielraum schlich, hatten ihre Teamkolleginnen Laura Dahlmeier und Andrea Henkel mehr Grund zur Freude.

Gerade Dahlmeier, die bei der WM in Nove Mesto mit der Staffel ihren ersten großen Auftritt hatte, war glücklich. "Mein Ziel war, null Fehler zu schießen und schnell zu laufen. Das hat geklappt", sagte die dreimalige Junioren-Weltmeisterin: "Mit den Nerven war es noch besser als beim letzten Mal. Es hat total Spaß gemacht."

Henkel zufrieden

Auch die 35 Jahre alte Henkel war zufrieden. "Es war insgesamt okay, ich habe mich auf der Strecke aber nicht so gut gefühlt. Am Schießstand kam immer ein bisschen Wind rein. Deswegen sind auch Fehler passiert, die es normal vielleicht nicht gibt", sagte die Thüringerin, die den deutschen Biathleten bei der WM mit Silber über 15 km die einzige Einzelmedaille beschert hatte.

Sachenbacher-Stehle schießt stark

Ihr bestes Weltcupergebnis lieferte Umsteigerin Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkel) ab - und überraschte sich dabei ein bisschen selbst.

Denn während sie in der Loipe schwächelte ("Ich habe mich da nicht wohl gefühlt"), leistete sich die Ex-Langläuferin am Schießstand nur einen Patzer. "Das war richtig gut, auch wenn ich stehend ein bisschen lange gebraucht habe", sagte die 32 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin im Langlauf. Nadine Horchler (Willingen/1 Fehler) wurde 31., Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/2) beendete das Rennen auf Platz 27.

Alle dabei

Damit haben sich alle sechs Biathletinnen für das Verfolgungsrennen am Samstag (ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) qualifiziert.

Einzig Gössners Verzicht könnte daran noch etwas ändern. Doch ihren zweiten Start bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften bereut sie nicht - auch wenn es im Vergleich zum Debüt 2009 keine Medaille gab. "Es hat sich definitiv gelohnt, die Rennen zu laufen", sagte die dreimalige Saisonsiegerin.

Peiffer mit Chancen

Am Samstag treten nach den Frauen auch die Männer in der Verfolgung an. Arnd Peiffer hat dabei die besten Chancen auf einen Podestplatz. Im Sprint hatte der frühere Weltmeister am Donnerstag den siebten Platz belegt und geht mit 29,6 Sekunden Rückstand auf den Norweger Tarjei Boe in die Loipe.

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