Andreas Birnbacher gewann bei der Biathlon-WM 2008 Gold mit der Mixed-Staffel © getty

Wieder gibt es für die Deutschen keine Medaille. Nur Andreas Birnbacher schafft es in die Top Ten. Fourcade gewinnt überlegen.

Nove Mesto - Völlig entkräftet schnappte Andreas Birnbacher im Zielraum nach Luft, griff aber erneut an Edelmetall vorbei.

Der Schlechinger landete bei der Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto im Einzelrennen über 20 km nach zwei Schießfehlern immerhin auf dem achten Platz und sorgte für das erste Top-10-Ergebnis der deutschen Männer.

Einen Tag nach dem Silber-Coup von Andrea Henkel müssen die Herren in Tschechien nach schwachen Schießleistungen aber weiter auf ihre erste WM-Einzelmedaille seit zwei Jahren warten.

"Ich bin mit dem Rennen schon zufrieden", sagte Birnbacher, der mit einem Rückstand von 1:36,6 Minuten ins Ziel kam, dann trotzdem: "Läuferisch habe ich mich besser gefühlt, im Schießen war es aber ein Fehler zu viel, der hätte nicht sein müssen." (DATENCENTER: Die WM-Ergebnisse)

Birnbacher steigert sich

Der Bayer freut sich momentan auch über kleine Fortschritte, denn sein WM-Start verlief enttäuschend. Mit den Plätzen 23 (Sprint) und 22 (Verfolgung) war er zuvor sehr unzufrieden gewesen.

Der vor den Weltmeisterschaften als Medaillenkandidat gehandelte Birnbacher verfehlte gleich seinen ersten Schuss.

Nach zwei fehlerfreien Schießeinlagen patzte der Routinier in der deutschen Mannschaft beim letzten Stehendanschlag erneut.

"Ich habe mich hier insgesamt ein bisschen müde gefühlt, der eine Tag Pause bis zur Staffel kommt mir jetzt entgegen", sagte der Gesamtweltcup-Dritte der Vorsaison.

Fourcade nutzt Svendsen-Pause

Den Sieg in der Vysocina Arena sicherte sich der Franzose Martin Fourcade, der zuvor bereits drei Silbermedaillen gewonnen hatte, in 49:30,0 Minuten (1 Schießfehler).

Dabei profitierte der 24-Jährige von der Krankheit des Norwegers Emil Hegle Svendsen. Wegen einer Erkältung musste der Dreifach-Weltmeister von Nove Mesto pausieren.

Silber sicherte sich Tim Burke (23,5 Sekunden zurück/1), der amerikanische Freund von Andrea Henkel.

"Andrea hat mir gestern ein gutes Beispiel gegeben", sagte Burke. "Es war zittriger als mein eigenes Rennen. Ich freue mich riesig", meinte Henkel. Bronze ging an den Schweden Fredrik Lindström (33,7/1). (BERICHT: Henkel will voll angreifen)

Peiffer selbstkritisch

Zweitbester deutscher Skijäger bei optimalen Bedingungen vor 22.500 Zuschauern im Herzen Tschechiens wurde der frühere Sprintweltmeister Arnd Peiffer, der sich drei Schießfehler leistete und das Rennen als 28. abschloss.

"Die drei Fehler sind zu viel fürs Einzel", sagte Peiffer.

Erik Lesser leistete sich bei den ersten beiden Schießeinlagen bereits drei Fehler, traf anschließen aber alle zehn Scheiben und belegte Rang 34.

"Ich habe ziemlich schwach angefangen, auch von der Laufzeit war ich nicht so gut", sagte der Thüringer: "Stehend hat mir dann so ein bisschen die Ruhe gefehlt und ich habe mir selbst ein bisschen zu viel Druck gemacht. Im Endeffekt stand ich mir heute selber im Weg."

Graf enttäuscht komplett

Den schwächsten deutschen Auftritt lieferte Florian Graf ab.

Mit vier Schießfehlern war für den 24-Jährigen, der den Vorzug vor Simon Schempp erhalten hatte, die Hoffnung auf eine gute Platzierung schnell beendet. Er landete auf Platz 40.

Dahlmeier nominiert

Fortgesetzt wird die erste WM in Tschechien am Freitag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) mit der Staffel der Frauen.

Überraschend wurde die dreimalige Junioren-Weltmeisterin Laura Dahlmeier für das Rennen über 4x6 km nominiert.

Die 19-Jährige aus Partenkirchen wird an Position drei laufen und gemeinsam mit Startläuferin Franziska Hildebrand, Miriam Gössner und der frischgebackenen Einzel-Vizeweltmeisterin Andrea Henkel an der Schlussposition an den Start gehen.

Müssiggang glaubt an Dahlmeier

Das DSV-Quartett tritt mit WM-Neuling Dahlmeier als Titelverteidiger an.

"Es war eine sehr schwere Entscheidung, aber wir sind von ihr überzeugt", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Henkel peilt derweil ihre zweite Medaille in Tschechien an: "Wir haben ein sehr gutes Team und wollen voll auf Angriff gehen."

Weiterlesen