Miriam Gössner gewann bislang zwei Mal WM-Gold mit der Staffel © getty

Gössner Co. wollen in Nove Mesto etwas Zählbares. Der DSV redet von einer Handvoll Medaillen, schaut aber bereits gen Sotschi.

Nove Mesto - Miriam Gössner entspannte beim Joggen mit ihrem Hund, Andreas Birnbacher trainierte individuell fernab der Mannschaft, und Andrea Henkel wohnte während des letzten Trainingslagers in den eigenen vier Wänden.

Vollkommen unterschiedlich haben sich die deutschen Hoffnungsträger in den letzten Tagen auf die Biathlon-WM in Nove Mesto vorbereitet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine)

Am Montag treffen die Skijäger in Tschechien ein und wollen ihre Erfolgsgeschichte bei der ersten WM nach den Rücktritten von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner und Dreifach-Olympiasieger Michael Greis fortschreiben.

"Wir sollten uns das Ziel setzen, um fünf bis sechs Medaillen mitzukämpfen. Das muss man ganz einfach machen, um die Leistungen hochzuhalten. Da bauen auch wir als Verband überhaupt keinen Druck auf", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller.

Mixedstaffel zum Auftakt

Am Donnerstag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) startet die WM mit der Mixedstaffel, insgesamt stehen bis zum 17. Februar elf Rennen auf dem Programm.

"Biathlon ist eine der Paradesportarten des DSV und soll es auch bleiben. Da sind die WM-Ergebnisse wichtig", sagte Verbandspräsident Alfons Hörmann:

"Aber es steht eben doch eher eine konsequente Vorbereitung auf Sotschi im Vordergrund."

Den Höhepunkt nutzen

Als vorweggenommene Ausrede für möglicherweise schwache Leistungen wollten das die Funktionäre nicht verstanden wissen.

"Es ist auch kein Abschwächen der Zielsetzung. Die WM ist der Höhepunkt der Saison, und den wollen wir nutzen", betonte Hörmann:

"Insgesamt bin ich positiv gestimmt, wobei wir natürlich durchaus feststellen müssen, dass an der einen oder anderen Stelle noch ein Leistungsschub kommen muss."

Gössner und Birnbacher die Hoffnungsträger

Die Hoffnungen ruhen ein Jahr nach der Heim-WM in Ruhpolding, bei der es für den DSV fünf Medaillen gegeben hatte, vor allem auf der dreimaligen Saisonsiegerin Miriam Gössner und Andreas Birnbacher, der es im vorolympischen Winter bislang auf zwei Siege brachte.

"Unsere Leute haben nachgewiesen, dass sie im Laufe der letzten Wochen sehr, sehr stark waren", sagte Pfüller:

"Die Athleten wollen selbst Medaillen gewinnen, und diese Chance haben wir."

Birnbacher arbeitet individuell

In Oberhof trainierte das Team zuletzt gemeinsam, um sich den Feinschliff zu holen, nur Andreas Birnbacher fehlte.

Der Schlechinger arbeitete nach überstandenem Infekt individuell mit Bundestrainer Fritz Fischer in Ruhpolding an seiner WM-Form.

Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel, die im Thüringer Wintersport-Mekka lebt, genoss derweil den Lehrgang und konnte sogar in der eigenen Wohnung frühstücken.

Gössner entspannt

Vor dem Highlight des vorolympischen Winters entspannten die Skijäger im Kreise ihrer Liebsten.

"Für mich ist diese Zeit sehr, sehr wichtig. Ich kann daheim einfach sehr gut regenerieren und kann mich gut erholen", sagte Gössner:

"Ich war mit meinem Hund unterwegs beim Joggen. Das hat mir einfach gut getan."

Realistische Chancen

Der Druck ist enorm, denn im Vorjahr war Neuner an vier von fünf Medaillen beteiligt. Ob es ohne "Gold-Lena" wieder zu einer so guten Bilanz reicht?

"Man hat gesehen, dass es dieses Jahr auf keinen Fall einfacher geworden ist. Deswegen muss man mit jeder Medaille zufrieden sein, die man erringen kann. Ob es eine ist, ob es zwei, drei oder fünf sind, ist dann nicht so der Schwerpunkt", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Wichtig sei es, am Start zu stehen und in jedem Rennen realistische Chancen auf Edelmetall zu haben.

"Und das haben wir. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen", betonte Müssiggang.

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