Erik Lesser gelang beim Auftakt in Östersund sein bestes Weltcup-Ergebnis © getty

Der Youngster überrascht beim ersten Weltcup mit einer Podestplatzierung. Trainer Kirchner lobt Lessers Reifeprozess.

München/Östersund - Nach seinem Podest-Coup irrte Erik Lesser etwas verloren im Zielraum umher und schlug immer wieder die Hand vors Gesicht.

So richtig konnte der Thüringer seine starke Leistung nicht begreifen. Erst, als ihm Martin Fourcade, der französische Gesamtweltcupsieger des Vorjahres, bei der Siegerehrung gratulierte, huschte ihm ein breites Grinsen übers Gesicht.

"Ich habe versucht, aus meinen Fehlern zu lernen", sagte Lesser nach Platz drei im Klassiker über 20 Kilometer im schwedischen Östersund (BERICHT: Dritter! Traumauftakt für makellosen Lesser).

Frei von Gedanken

Gleich im ersten Einzelrennen des Winters knackte der 24-Jährige aus Frankenhain dank einer fehlerfreien Schießleistung die Norm für die Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto (7. bis 17. Februar 2013) und brachte den deutschen Skijägern zudem den ersten Podestplatz des Winters (DATENCENTER: Biathlon-Weltcup).

"Ich habe einfach versucht, mir nicht so viele Gedanken zu machen", sagte Lesser. Denn genau das sei in der Vergangenheit oft sein Problem gewesen.

Größter Erfolg der jungen Karriere

"Im Sommer bei der deutschen Meisterschaft hatte ich auch dreimal Null geschossen und hinten raus dann noch zwei Fehler. Da hatte ich mir in der vierten Runde nur Gedanken gemacht, was ich im letzten Schießen mache. Das habe ich jetzt abgestellt", sagte der Sportsoldat, der mit dem ersten Podium im Weltcup den größten Erfolg seiner Karriere feierte.

Am Ende hatte er nur 21,7 Sekunden Rückstand auf Fourcade, zwischen beide schob sich nur noch der Österreicher Dominik Landertinger.

Lesser weiß, was er will

Doch die Leistungsexplosion hatte sich angedeutet.

"Er hat im Sommer sehr hart daran gearbeitet, von Anfang an Teil der Mannschaft zu sein", sagte Herren-Bundestrainer Mark Kirchner:

"Er hat einen Reifeprozess durchgemacht. Er weiß genau, was er will, und kann auch sehr eigenständig arbeiten. Ich glaube, er hat sich seine Ziele sehr hoch gesteckt."

Lob von den Teamkollegen

Das haben auch die Teamkollegen mitbekommen. Andreas Birnbacher aus Schleching, der mit Platz 25 einen durchwachsenen Saisonauftakt hinlegte, meinte: "Ich habe ihm diese Leistung schon zugetraut. Wir haben im Trainingslager gesehen, dass wir alle eng beisammen sind."

Und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), auf Rang elf zweitbester Deutscher, ergänzte: "Er hat sich diesen Erfolg hart erarbeitet. Die Leistung verdient Respekt."

Besserer Einstand als im Vorjahr

Das Ergebnis erinnerte etwas an den Saisonstart vor einem Jahr, als Simon Schempp (Uhingen), der am Mittwoch nur auf Rang 35 landete, ebenfalls überraschend im Klassiker auf Rang drei gestürmt war.

Trotzdem sagt Kirchner: "Es war ein besserer Einstand als im letzten Jahr, das Rennen war enger. Das gibt uns einen positiven Ausblick auf die nächsten Rennen."

Am Samstag (13.30 Uhr im LIVE-TICKER) steht in Östersund für die Herren der Sprint über 10 km auf dem Programm, am Sonntag folgt das Verfolgungsrennen.

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