Magdalena Neuner (r., mit Miriam Gössner) gewann dreimal den Gesamtweltcup © imago

Magdalena Neuner genießt ihr neues Leben in vollen Zügen. Bei SPORT1 berichtet sie davon und nennt ihre deutsche Favoritin.

Von Andreas Kloo

München - Der Startschuss für den Biathlon-Weltcup 2012/2013 ist gefallen.

Wie jedes Jahr absolvieren die Skijäger ihre ersten Wettbewerbe im schwedischen Östersund.

Doch etwas ist anders in diesem Winter.

Die Sportlerin, die in den letzten fünf Jahren das Gesicht des Biathlons war, wird beim Einzelrennen am Donnerstag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) nicht mit von der Partie sein: Magdalena Neuner.

Auch Groß vermisst Neuner

Nach 34 Weltcup-Einzelsiegen, 12 WM-Goldmedaillen und drei Olympiasiegen hatte sie im Alter von 25 Jahren im März ihre Karriere beendet ( 492945 DIASHOW: Neuners Karriere in Bildern ).

Die deutsche Mannschaft, aber auch die Biathlon-Fans vermissen sie schon jetzt.

"Lena hat mit ihren Siegen der Mannschaft, den Trainern und den Fans weltweit sehr viel Freude bereitet. Es ist immer schade, wenn so jemand fehlt", sagt Damen-Trainer Ricco Groß stellvertretend für die gesamte Biathlon-Welt.

Rummel nach wie vor groß

Neuner selbst dagegen genießt ihr neues Leben in vollen Zügen.

"Der Druck und die Erwartungshaltung sind nicht mehr da. Jetzt kann ich einfach mal ich sein, einfach mal loslassen", erklärt sie die Vorteile des Karriereendes.

Der Rummel um Neuner ist allerdings nicht weniger geworden, wie sie gegenüber SPORT1 klarstellt: "Es sind schon noch viele Leute, die mich ansprechen, ein Autogramm haben wollen, Fragen beantwortet haben wollen. Es ist ja auch schön, dass mich die Leute noch gern haben. Da hat sich noch nicht so viel verändert."

[kaltura id="0_69by1waw" class="full_size" title="Magdalena Neuner im Audi Star Talk"]

An der Seite von Rocky

Langweilig wird Neuner in ihrem neuen Leben nicht. Bei ihrer Abschiedsfeier im Frühjahr umschrieb sie ihren neuen "Beruf" mit den Worten "Mein Beruf, ist es Magdalena Neuner zu sein."

Und diesen Beruf geht sie mit dem gleichen Ehrgeiz an, wie ihren früheren Job als Biathletin. Sie ist viel unterwegs, jettet von einem PR-Termin zum nächsten.

Zuletzt war sie in einer ARD-Talkshow an der Seite von Schauspieler Sylvester Stallone aber auch im Audi Star Talk zu sehen. "Ich sammle derzeit viele neue Eindrücke, lerne viel Neues kennen, das macht mir großen Spaß", fasste sie den Reiz ihres derzeitigen Lebens zusammen.

Lob für Gössner

Das Leben als Biathletin scheint für Neuner schon weit weg, dennoch versucht sie zu ihren Ex-Kolleginnen Kontakt zu halten. Vor allem mit Miriam Gössner verband sie in den letzten Jahren eine enge Freundschaft. Die beiden teilten bei den Weltcups ein Zimmer.

Einige sehen "Miri" als potentielle Nachfolgerin Neuners.

Die Rekordweltmeisterin nahm der Nachfolgedebatte aber im Audi Star Talk den Wind aus den Segeln: "Ich finde, dass niemand in die Fußstapfen von jemand anderem treten muss. Sondern jeder kann seine eigenen Fußspuren hinterlassen."

Dennoch traut Neuner Freundin Gössner in der kommenden Saison einiges zu: "Bei der Miri weiß ich, dass sie richtig gut drauf ist. Sie hat sich extrem verändert in körperlicher Hinsicht. Sie ist sehr konsequent, versucht alles dem Sport unterzuordnen. Sie hat einen extremen Sprung gemacht und ist erwachsen und reif geworden", lobt Neuner die 22-Jährige bei SPORT1.

Zehn Kilo abgenommen

In der Tat ist die äußerliche Veränderung bei Gössner nicht zu übersehen.

Ungefähr zehn Kilo hat die Langlauf-Silbermedaillengewinnerin von 2010 abgenommen. (PERSONALIE: Leichter zu neuen Höhen)

"Ich fühle mich wohl, schaut mich an, ich habe eine Topfigur", sagte Gössner zuletzt selbst zu ihrer Wandlung.

Respekt vor Sachenbacher-Stehle

Frühestens beim Weltcup in Pokljuka Mitte Dezember wird Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle zum Team stoßen.

Die 32-Jährige sammelt zunächst noch im IBU-Cup Rennpraxis. (EXKLUSIV: Evi Sachenbacher-Stehle im SPORT1-Interview)

Neuner zieht schon jetzt den Hut vor der Langlauf-Olympiasiegerin: "Ich finde es einen wahnsinnig mutigen Schritt. Das muss man erst einmal machen, mit knapp über 30 Jahren eine neue Sportart anzufangen. Sie zieht das auch echt durch, gibt nichts darauf, was andere sagen. So etwas finde ich immer sympathisch, weil ich ein ähnlicher Typ bin."

Das stellte Neuner mit ihrem überraschend frühen Rücktritt unter Beweis. Auch das war ein mutiger Schritt.

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