Magdalena Neuner gewann 2007/2008 und 2009/2010 den Gesamt-Weltcup © getty

Lena Neuner greift im Sprint nach dem elften WM-Titel und ist hochfokussiert. Ihre Gegnerinnen demonstrieren Selbstbewusstsein.

Aus Ruhpolding berichtet Andreas Kloo

Ruhpolding - Für Magdalena Neuner zählt am Samstag nur eines: Gold.

Nach dem verpassten Mixed-Titel am Donnerstag schaute sie am Abend ein wenig neidisch auf die Weltmeister aus Norwegen.

"Es wäre schön, da oben irgendwann auch noch die deutsche Nationalhymne zu hören", sagte sie, nachdem sie die Bühne für die Siegerehrung im Ruhpoldinger Champions Park verlassen hatte. ( 523184 DIASHOW: Der DSV-Kader für Ruhpolding )

Die größte Chance auf "Einigkeit und Recht und Freiheit" bietet sich ihr zweifelsohne im Sprint am Samstag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Sechs von acht Sprintrennen hat die 25-Jährige in dieser Saison gewonnen. "Ich denke, das ist ein gutes Omen", gab sie sich am Freitagnachmittag optimistisch.

Befreit nach dem Auftaktrennen

Sie sei froh, dass sie den Auftaktwettbewerb überstanden habe. "Es war das erste Rennen, es herrscht viel Druck", sagte Neuner. (Bericht: Mit letztem Schuss: Peiffer schießt Gold in den Wind).

Ganz zufrieden war sie nicht mit ihrer Leistung in der Mixed-Staffel zwar nicht. "Es war ein gutes Rennen mit ein paar Abstrichen."

Lob für die Fans

[image id="b42d27c4-645a-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Aber nun will sie - mit der Bronzemedaille als ersten Erfolg im Sack - befreit auf die 7,5-km-Strecke gehen.

"Ich will die Rennen hier genießen", brachte die Doppel-Olympiasiegerin ihre Vorfreude zum Ausdruck und lobte die Stimmung rund um die Ruhpoldinger Chiemgau-Arena: "Es gab keinen Fleck, an dem nicht jemand stand."

Am Schießstand blende sie die Anfeuerungen des Publikums bewusst aus.

[kaltura id="0_gdzlwz64" class="full_size" title="Deutschland im Biathlon Fieber"]

Absage an Hoeneß

Nicht ablenken lassen: Das ist ohnehin Neuners Erfolgsrezept.

Fragen nach ihrer Zukunft blockte sie erneut ab. "Damit beschäftige ich mich noch nicht, ich möchte erst einmal mein Leben genießen", stellte sie klar.

Uli Hoeneß darf sich aber wohl keine Hoffnungen mehr machen. Das Angebot des Bayern-Präsidenten hat sie nun wohl endgültig ausgeschlagen.

Ein Engagement im Marketing ihrer Skifirma käme dagegen schon eher in Frage. "Das wäre besser als ein Job beim FC Bayern. Ich bin einfach kein Fußball-Fan", sagte sie am Freitag auf einer Pressekonferenz in Ruhpolding.

"Es geht nur um mich selbst"

Wie für ihre Zukunft hat sie auch für ihre Konkurrentinnen keinen Blick.

Gefragt nach den härtesten Rivalinnen im Kampf um Gold, entgegnete sie: "Ich schaue mir die Leistungen der anderen nicht so genau an. Am Ende geht es sowieso nur um mich selbst."

Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang hat dagegen im Mixed-Bewerb genau hingeschaut, und weiß genau, wer seinem Aushängeschild gefährlich werden kann. Darya Domracheva, Kaisa Mäkäräinen und Tora Berger sind laut Müssiggang Neuners härteste Konkurrentinnen.

Selbstbewusste Gegnerinnen

Berger und Domracheva präsentierten sich am Freitag locker und selbstbewusst.

"Die Form ist wirklich gut, es war ein großartiges Rennen", blickte Mixed-Weltmeisterin Berger auf ihre Leistung als norwegische Startläuferin zurück.

Domracheva, im Gesamt-Weltcup Neuners härteste Verfolgerin, macht sich ebenfalls Hoffnungen auf Gold: "Nichts ist unmöglich. Träumen ist wichtig. Ich werde bis zum Ende kämpfen."

Einen Munitionsengpass, der der Weißrussin aufgrund des EU-Embargos drohte, werde es nicht geben. "Die Munition reicht bis zum Ende der WM", stellte sie klar.

Die Finnin Mäkäräinen wiederum tankte am Donnerstagabend Selbstvertrauen. Als beste Biathletin des Jahres 2011 wurde sie in Ruhpolding mit dem Biathlon-Award ausgezeichnet.

Im schwarzen Abendkleid verzückte sie dabei die männlichen Besucher der Gala.

Weiterlesen