Magdalena Neuner peilt in Ruhpolding ihre WM-Titel 11 bis 16 an © imago

In der Mixed-Staffel bieten alle Nationen zum WM-Auftakt ihre Stars auf. Der Wettbewerb erlebt einen enormen Aufschwung.

Aus Ruhpolding berichtet Andreas Kloo

Ruhpolding - Vom ungeliebten Mauerblümchen zum Star der WM: Der Mixed-Staffel ist das innerhalb weniger Jahre gelungen.

Nach Einführung des Wettbewerbs fristete das Staffel-Rennen mit je zwei Damen und zwei Herren aus jeder Nation noch ein Schattendasein.

Zunächst, von 2005 bis 2007, wurde die Mixed-WM gesondert außerhalb der eigentlichen Biathlon-WM an einem anderen Ort ausgetragen. Danach hat der Weltverband die Mixed-Staffel mitten in das einwöchige Wettkampfprogramm "hineingepresst", wie es Andrea Henkel ausdrückt.

Enorme Aufwertung

Das führte zwangsweise dazu, dass die Top-Nationen ihre besten Athleten schonten und nur mit einem B-Team an den Start gehen.

Aber seit der letzten WM in Khanty-Mansiysk hat die Mixed-Staffel eine enorme Aufwertung erfahren.

Das Rennen bildet nun den Auftakt in die Titelkämpfe, die um zwei Tage verlängert werden. In Sotschi 2014 erlebt der Wettbewerb seine Olympia-Premiere.

Pichler erwartet Hochspannung

Die einzelnen Nationen treten nun in Bestbesetzung und mit hohen Zielen an (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER).

"Das wird mit Sicherheit der spannendste Wettkampf der WM. Alle großen Nationen haben ihre besten Staffeln am Start", ist sich der russische Damen-Chefcoach Wolfgang Pichler sicher.

[image id="f0ea7d55-645a-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Auch der DSV bietet jeweils seine zwei besten Athleten auf: die vier Saisonsieger Andrea Henkel, Magdalena Neuner, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer ( 523184 DIASHOW: Der DSV-Kader für Ruhpolding ).

Zweifel an dieser Aufstellung gab es nie: "Man musste uns nicht überreden. Da hätte man offene Türen eingerannt", stellte Henkel klar.

Neuner spricht von Gold

Auch die Konkurrenz geht mit ihren Top-Stars an den Start. Norwegen will mit Ole Einar Björndalen, Emil Hegle Svendsen, Tora Berger und Synnove Solemdal seinen Titel verteidigen.

Russland und Frankreich gehören ebenfalls zu den heißen Medaillenanwärtern.

[kaltura id="0_gdzlwz64" class="full_size" title="Deutschland im Biathlon Fieber"]

Ungeachtet der starken Konkurrenz gab Magdalena Neuner am Dienstag das deutsche Ziel aus: "Wir haben eine super Chance auf Gold!", verkündete sie mit breiter Brust. Und fügte hinzu, auch bei ihren anderen fünf Starts Gold holen zu wollen.

Herren-Duo vorsichtig

Die männlichen Kollegen mussten erst einmal durchschnaufen, als sie Neuners Gold-Ansage hörten. Peiffer verwies darauf, dass "für Gold alles passen müsse": "Es wird eine sehr hart umkämpfte Medaille werden", sagt der Sprint-Weltmeister voraus.

Ähnlich sieht es Birnbacher: "Die Mixed-Staffel wird mindestens so eng wie die der Damen oder Herren."

Aus Henkels Sicht ist eine Mixed-Staffel sogar noch deutlich härter zu erringen. "Hier sprechen auch Nationen ein Wort mit, die in der normalen Staffel nicht vier gute Läufer an den Start bringen, sondern jeweils nur zwei."

Pichler rechnet deshalb auch Italien, die Ukraine und Weißrussland zu Medaillenkandidaten.

Fan-Ansturm steht bevor

Ein heißer Auftakt in den "Super Bowl des Biathlons", wie der Weltverband die Weltmeisterschaften nennt, ist auf jeden Fall zu erwarten.

Insgesamt werden in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena bei den Titelkämpfen bis zu 250.000 Zuschauer erwartet.

Sorgen machen momentan nur die Schneeverhältnisse. Der Temperaturanstieg am Mittwoch könnte die Beschaffenheit der Unterlage weiter verschlechtern.

"Der Schnee ist brutal stumpf und nicht so WM-tauglich, die Bedingungen werden sicher schwer."unkte Neuner am Dienstag auf der Pressekonferenz kurzzeitig.

Doch dann kam ihr der Traum von Gold in den Sinn. Und sie lächelte wieder.

Weiterlesen