Der amerikanische Eisschnelllauf-Verband hat seinen südkoreanischen Shorttrack-Cheftrainer Chun Jae-Su wegen angeblichen Missbrauchs beurlaubt.

14 aktuelle und ehemalige Mitglieder des US-Teams hatten zuvor Anzeige gegen Chun, dessen Assistenten Yeo Jun-Hyung und Jimmy Jang sowie den Verband gestellt.

Die Sportler, unter ihnen die Olympiadritten von Vancouver 2010, J.R. Celski, Travis Jayner, Jordan Malone, Allison Baver und Alyson Dudek, werfen ihren Betreuern sexuelle Belästigung, Beleidigung und Frauen-Diskriminierung vor.

Der Verband habe von den Missständen gewusst, jedoch nicht reagiert.

Die Trainer sollen die Athleten regelmäßig "physisch, verbal und psychisch" missbraucht haben. Chun, so heißt es, habe mit Stühlen und Flaschen geworfen, Athleten geschlagen und gegen die Wand gestoßen und Frauen wegen ihres Gewichts beleidigt.

Zudem sollen die Trainer Alkohol an Minderjährige gegeben haben.

"Wir hoffen, das Problem so schnell wie möglich zu lösen, um uns weiter auf Sotschi vorbereiten zu können", sagte Verbandssprecherin Tamara Castellano.

Das Training wird trotz der Klage vorerst Chuns Assistent Yeo Jun-Hyung leiten. Gegen ihn lägen keine konkreten Vorwürfe vor, erklärte Castellano.

Chun bestreitet alle Vorwürfe. "Ich habe keinen einzigen Athleten missbraucht. Ich vertraue den Ermittlern. Die Untersuchungen werden beweisen, dass ich unschuldig bin", sagte Chun dem TV-Sender "ESPN". Der Südkoreaner war seit 2007 US-Chefcoach.

Chuns Assistent Jimmy Jang war im vergangenen Jahr wegen angeblich menschenverachtender Trainingsmethoden als Nationaltrainer Russlands entlassen worden. Jang sollte das russische Shorttrack-Team auf Olympia in Sotschi 2014 vorbereiten.

Hinweise auf fragwürdige Methoden südkoreanischer Shorttrack-Trainer gibt es schon lange. 2004 hatte die Frauen-Nationalmannschaft des Landes vorübergehend gestreikt, nachdem Teammitglieder von Trainern geschlagen worden sein sollen.

Südkorea ist die mit Abstand erfolgreichste Shorttrack-Nation der Welt.

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