Hausding holte mit Klein bei der WM 2010 in Schanghai Silber © getty

Der 23-Jährige schreibt mit Kollege Klein EM-Geschichte und ist heiß auf London. Noch müsse man aber "an den Feinheiten arbeiten."

Eindhoven - Eine klare Kampfansage an die übermächtige Konkurrenz aus Fernost wollte sich Patrick Hausding auch nach dem Goldcoup nicht so recht entlocken lassen.

"Ni Hao" ("Hallo"), antwortete Deutschlands vielseitigster Wasserspringer auf die Frage nach einem Gruß an die chinesischen Olympia-Rivalen.

Eine halbe Stunde zuvor hatte der Berliner gemeinsam mit Synchronpartner Sascha Klein in Eindhoven EM-Geschichte geschrieben und mit dem fünften Turmgold in Serie seine Vormachtstellung in Europa bestätigt.

"Natürlich will man gegen China immer gewinnen. Und 463 Punkte sind mal eine echte Hausmarke", sagte Hausding schließlich doch verhalten offensiv: "Mit Blick auf London ist das ein sehr gutes Zeichen."

Enges Duell mit den Russen

Für den großen Traum, am 31. Juli im Olympiafinale endlich einmal die kaum bezwingbaren Chinesen vom Thron zu stoßen und das erste deutsche Springer-Gold seit den DDR-Athleten Martina Jäschke und Falk Hoffmann (beide vom Turm) 1980 zu gewinnen, sammelten Klein und Hausding in Eindhoven weiteres Selbstvertrauen.

In einem hochklassigen Wettbewerb lag das Duo aus Riesa und Berlin lange in Führung.

Erst im fünften von sechs Durchgängen zogen die Russen Ilja Sacharow und Wiktor Minibajew um den Wimpernschlag von 0,15 Punkten vorbei.

"Wir haben beim Blick auf das Zwischenergebnis alle Vier gelacht", sagte der 23-jährige Hausding.

Dominant in Europa

Das deutsche Paar zeigte dann einen guten letzten Schraubensprung und erklomm mit hoher Synchronität doch noch das oberste Podest.

Fünf Goldmedaillen nacheinander hat seit der EM-Premiere 1926 noch kein Duo oder Einzelathlet in einem der inzwischen elf Wettbewerbe gewonnen.

"Wir haben europäisch jetzt den gesamten Olympiazyklus seit 2008 dominiert. Das muss uns erstmal jemand nachmachen", sagte Hausding.

Trainer lobt Nervenstärke

"Ich war einmal leicht drüber, ansonsten war das ein sehr guter Wettkampf", ergänzte Klein, der am Sonntag seinen Einzelstart als Titelverteidiger wegen Schmerzen im Ellbogen kurzfristig absagte.

Bundestrainer Lutz Buschkow lobte vor allem "die große Nervenstärke" seiner beiden Athleten.

"An den Feinheiten arbeiten"

Nach der Zwischenstation Eindhoven gilt die volle Konzentration der Olympia- und WM-Zweiten nun aber den Olympischen Spielen.

"Wir werden uns im Training öfter treffen und an den Feinheiten arbeiten müssen", schilderte Klein den Plan bis zum Sommer.

Ob der Schwierigkeitsgrad der Sprungserie für die Spiele noch einmal erhöht wird, ließ das Paar offen.

"Das hängt vor allem davon ab, wie mein Körper mitspielt. Mein Knie macht immer wieder leichte Probleme. Vielleicht werden wir im Training nochmal was versuchen. Aber auch mit unserer jetzigen Serie sind wir vorne dran", sagte Hausding.

Eindhoven ein gutes Omen?

Im Weltserien-Wettkampf Mitte April in Moskau haben Klein und Hausding gezeigt, wie es geht, und die Chinesen geschlagen. Nun vertraut das Duo auch einem guten Omen.

2008 hatten beide ausgerechnet in Eindhoven ihre Siegesserie auf europäischer Ebene eingeläutet und die erste gemeinsame Goldmedaille gewonnen.

"Gut vier Monate später haben wir in Peking Olympiasilber geholt. Das kann sich in diesem Jahr gerne wiederholen", sagte Klein.

Silber in London - oder vielleicht doch ein bisschen mehr.

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