Patrick Hausding gewann bei Olympia 2008 mit Sascha Klein vom 10-Meter-Turm Silber © getty

Bei der EM in Eindhoven muss sich der Berliner dem Franzosen Rosset geschlagen geben. Das Duo kämpft mit der Synchronität.

München/Eindhoven - Deutschlands bester Wasserspringer Patrick Hausding sowie das Synchronpaar Nora Subschinski und Christin Steuer haben dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) bei den Europameisterschaften in Eindhoven die Medaillen Nummer zwei und drei beschert.

Der Berliner Hausding verpasste vom Drei-Meter-Brett seinen dritten EM-Titel in Folge lediglich um 1,25 Punkte.

Nach sechs Sprüngen lag nur der Franzose Matthieu Rosset, der bereits Gold im Teamspringen und Bronze vom Ein-Meter-Brett gewonnen hatte, mit 404,00 Punkten vor Hausding. Bronze gewann der russische WM-Zweite Ilja Sacharow (493,80).

Kurjo mit Bronze zum Auftakt

Im Synchronspringen vom Turm mussten sich die WM-Dritten Subschinski/Steuer (Berlin/Riesa) nach Silber im Vorjahr mit 303,93 Punkten dem siegreichen Duo aus Großbritannien (319,56) und der Ukraine (310,68) geschlagen geben.

Am Mittwoch hatte Turmspringerin Maria Kurjo (Berlin) im Einzel mit Bronze direkt vor Subschinski die erste DSV-Medaille gewonnen (BERICHT: Kurjo holt erste DSV-Medaille).

"Eine Bestleistung"

Hausding zeigte bei seinem ersten Start in Eindhoven in diesem Jahr nach Platz zwei in der Qualifikation ein gutes Finale.

Nach dem vierten Durchgang lag der 23-Jährige mit Platz drei erstmals auf einem Medaillenrang. Im letzten Sprung legte Rosset vor, Hausding verkürzte zwar den Rückstand, verdrängte den Franzosen aber nicht mehr von der Spitze.

Sascha Klein (Riesa) wurde Siebter, durfte sich aber über die offizielle Auszeichnung als bester europäischer Springer des Vorjahres freuen.

"Das war nach Punkten eine Bestleistung für mich bei einem internationalen Wettkampf. Im Synchronwettbewerb am Freitag werde ich aber nur zwei Sprünge von heute zeigen", sagte Hausding, der die erste Männermedaille des DSV gewann.

Leichter Ärger bei Alt

Pavlo Rozenberg (Riesa) und Oliver Homuth (Berlin) waren am Mittwoch mit den Plätzen fünf und elf vom Ein-Meter-Brett leer ausgegangen.

"Es war ein Wettkampf auf hohem Niveau. Natürlich ärgert man sich ein bisschen, aber der Franzose hat verdient gewonnen", sagte DSV-Fachspartenchef Walter Alt über Platz zwei von Hausding.

Synchronität fehlt

Subschinski und Steuer gingen nach der zweitbesten Qualifikationsleistung als Mitfavoritinnen in das Finale der lediglich sechs gemeldeten Duos.

Doch schon in den beiden Pflichtsprüngen ließen sie vor allem in der Synchronität Punkte liegen. Besser machten es die WM-Vierten Tonia Couch und Sarah Barrow, die ihr Top-Ergebnis aus der Qualifikation bestätigten und die erste britische Medaille bei den diesjährigen Meisterschaften holten.

Das DSV-Duo sorgte mit Bronze immerhin bei der elften Auflage des Wettbewerbs für die elfte EM-Medaille.

EM als Formtest

Am Freitag hat der DSV erneut gute Chancen auf Edelmetall. Hausding startet mit dem Leipziger Stephan Feck nach Silber in den beiden Vorjahren als Mitfavorit im Drei-Meter-Synchronwettbewerb.

Das Duo dürfte besonders motiviert sein, weil es den Quotenplatz für die Olympischen Spiele in London verpasst hat.

Vom Ein-Meter-Brett der Frauen haben die beiden DSV-Athletinnen Uschi Freitag (Aachen) und Katja Dieckow (Halle/Saale) allenfalls Außenseiterchancen.

Die deutschen Springer nutzen die Meisterschaften als letzten Formtest für die nationale Olympia-Ausscheidung im Rahmen der deutschen Meisterschaften in Berlin vom 24. bis 26. Mai.

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