Die deutschen Frauen gewinnen bei der EM 2013 die Silbermedaille © getty

Die Bundestrainer Giovanni Guidetti und Vital Heynen hoffen vor dem Bundesliga-Auftakt auf die Strahlkraft der Nationalteams.

München - Giovanni Guidetti spricht noch immer voller Stolz von seinen Schmetterlingen.

"Wir haben es geschafft, dass sich in Deutschland ganz viele Leute für unsere Sportart interessiert haben. Das ist ein super Input", sagt der Bundestrainer mit Blick auf die am Mittwoch beginnende Bundesliga.

Der Italiener hofft, dass die bei der erfolgreichen Heim-EM entfachte "Liebe zum Volleyball" in den Alltag mitgenommen werden kann.

Mehr Deutsche in der Bundesliga

Guidetti ist fest davon überzeugt, dass die Frauen-Liga von den Erfolgen des Nationalteams profitieren wird, auch wenn der Großteil seiner Silbermedaillengewinnerinnen das Geld im Ausland verdient.

Umgekehrt sollen die Klubs auch dem 41-Jährigen helfen.

"Ich hoffe, dass die Spielerinnen, die für mich interessant sind, in der Liga mehr Spiele bestreiten. Das ist mein erster Traum", sagt der frisch gebackene Ehemann, der nach der EM seine Verlobte Bahar Toksoy geheiratet hatte: "Mein zweiter Traum ist, dass ich in der nächsten Saison mehr Spielerinnen aus der Bundesliga einsetzen kann."

Die Kommunikation stimmt

Guidetti wird das Ligageschehen aus der Ferne verfolgen, sein Engagement bei Champions-League-Sieger Vakifbank Istanbul lässt kaum Besuche in Deutschland zu.

Doch der Bundestrainer macht sich keine Sorgen: "Ich habe in den letzten Jahren eine sehr gute Beziehung zu den Liga-Trainern aufgebaut und alle informieren mich über meine Spielerinnnen. So habe ich eine sehr gute Vorstellung davon, was in der Bundesliga passiert."

DVV-Männer stark vertreten

Auch die deutschen Männer präsentierten sich bei der EM in mitreißender Form, nur für die erste EM-Medaille reichte es nicht.

Im Gegensatz zu Guidetti hat sein Amtskollege Vital Heynen sogar eine ganze Reihe von Nationalspielern, die in der Liga tätig sind.

Gleich fünf sind in dieser Saison bei Generali Haching aktiv. Unter anderem kehrten Markus Böhme, Ferdinand Tille sowie Sebastian Schwarz aus dem Ausland zurück und wollen mit dem Pokalsieger endlich die erste Meisterschaft nach Oberbayern holen.

Zum Auftakt gastieren die Unterhachinger am Dienstag bei Titelverteidiger Berlin Recycling Volleys (19.30 Uhr).

Heynen mit guten Kontakten

Dann wird Heynen noch nicht in der Halle sein.

Der Belgier verbringt die nächsten Wochen an den Leistungsstützpunkten und beschäftigt sich mit dem Nachwuchs, verfolgt die Liga aber trotzdem intensiv. Sein erstes Spiel wird er am 19. Oktober live verfolgen, der TV Bühl erwartet den VfB Friedrichshafen.

Auch Heynen kann sich auf die guten Kontakte zu seinen Klubkollegen verlassen: "Nach meinem Gefühl verstehe ich mich mit jedem Trainer gut, und es macht mir immer Spaß, mit ihnen zu reden."

"Jeder darf die Meisterschaft gewinnen"

Wem der Meistertitel am ehesten zuzutrauen ist, möchte der Belgier nicht verraten.

"Jeder darf die Meisterschaft gewinnen, ich will nur gute Spiele sehen mit vielen deutschen Spielern", so Heynen.

Er spricht Guidetti aus der Seele. Auch der Italiener ist letztendlich mehr an den Einsatzzeiten seiner Schützlinge als am Erfolg einer bestimmten Mannschaft interessiert.

WM-Quali steht an

Heynen wird sein Team schon im Dezember wieder zusammenbringen.

Im Januar kämpft die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) in Ludwigsburg im das WM-Ticket. Da die Vorbereitungszeit auf das wichtige Turnier sehr kurz ist, steht Heynen in intensivem Kontakt mit seinen Spielern.

Guidetti ganz entspannt

Guidetti hingegen kann es entspannter angehen lassen.

"Ich telefoniere auch manchmal mit meinen Spielerinnen, aber ich habe noch viel Zeit. Das ist nicht wie im Fußball, wo man nur eine, maximal zwei Wochen vor einem großen Event zur Vorbereitung hat. Ich werde meine Spielerinnen im Mai bekommen und wir spielen die WM Anfang Oktober."

Das Ticket hatte sich Giudettis Team mit dem zweiten Platz bei der EM bereits gesichert.

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