Björn Andrae (M.) verdient sein Geld bei Kusbass Kemerowo in Russland © imago

Das deutsche Team sammelt Selbstvertrauen in der World League und will nun in letzter Minute auf den Olympia-Zug aufspringen.

Frankfurt/Main - Zwei Siege, eine Niederlage - und jede Menge Selbstvertrauen:

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich beim Auftaktturnier in Frankfurt eine gute Ausgangsposition für das erstmalige Erreichen der World-League-Finalrunde erspielt.

Außerdem sammelte das Team von Bundestrainer Vital Heynen bei dem Härtetest mentale Pluspunkte für die anstehende Olympia-Qualifikationsrunde in Berlin (8. bis 10. Juni, LIVE im TV auf SPORT1).

Dort besteht die allerletzte Chance für die DVV-Männer, das Ticket für die Sommerspiele in London zu lösen (London-Ticket verpasst: Letzte Hoffnung Berlin).

"Das Turnier in Frankfurt hat meine Zuversicht für die Olympia-Qualifikation gesteigert", sagte Heynen ungeachtet des abschließenden 1:3 (22:25, 21:25, 25:19, 23:25) gegen Bulgarien.

Starke Leistung gegen Gauchos

Zuvor hatte die Formation um Kapitän Björn Andrae Argentinien und Portugal jeweils klar mit 3:0 besiegt.

Besonders im Spiel gegen die Gauchos überzeugten die Gastgeber in der Fraport-Arena.

"Das war mit das Beste, was ich in den letzten zwei Jahren von der deutschen Mannschaft gesehen habe", lobte der 42-jährige Heynen.

Erste Final-Teilnahme möglich

Wegen der besseren Satzdifferenz gegenüber den punktgleichen Bulgaren und Argentiniern führen die Deutschen (alle 6 Zähler) die Gruppe D nach dem ersten von vier World-League-Turnieren an.

Die weiteren finden in Buenos Aires (15. bis 17. Juni), Guimaraes (22. bis 24. Juni) und Sofia (29. Juni bis 1. Juli) statt.

[kaltura id="0_3pwwua4a" class="full_size" title="Deutschland verliert zum Abschluss"]

Die vier Gewinner der insgesamt vier Gruppen sowie der beste Staffelzweite nehmen neben Ausrichter Bulgarien an der Endrunde in Sofia vom 4. bis 8. Juli teil.

Für den Sprung ins Finale der besten sechs Mannschaften hatte es für die DVV-Männer bei ihren bislang acht Weltturnier-Teilnahmen noch nie gereicht.

Vize-Champ Kuba wartet

Zunächst gilt die volle Konzentration beim Weltranglisten-13. aber der Olympia-Qualifikation, in der Vize-Weltmeister Kuba, Indien und Tschechien die Kontrahenten sind.

Besonders auf Coach Heynen wartet bis zum Start des Weltturniers in der Hauptstadt noch viel Arbeit - mit langen Schichten vor dem Fernseher.

"Ich habe neun Spiele der Kubaner und jeweils sechs Spiele der Inder und Tschechen zu analysieren, um Konzepte zu entwickeln", sagte Heynen und setzt auf eine flächendeckende Qualitätssteigerung: "Und wenn es in diversen Bereichen nur ein halbes Prozent ist. Aber das alles summiert sich."

Heynen-Team im Trainingslager

Auch Zuspieler Lukas Kampa wertete die Auftritte in Frankfurt positiv.

"Es sollte uns Mut machen, dass wir auch gegen athletisch starke Gegner Lösungen finden können", sagte Kampa.

Der Frust ist gewichen, nachdem die DVV-Auswahl Mitte Mai in Sofia eine Chance auf das Olympia-Ticket knapp verpasst hatte.

Vor der Reise nach Berlin trifft sich das Heynen-Team am 30. Mai im Trainingslager in Kienbaum und bestreitet am 2. Juni in Dessau und am 3. Juni in Nordhausen noch zwei Tests gegen Afrikameister Ägypten.

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