Die DVV-Volleyballer wären das dritte deutsche Team bei den Olympischen Spielen © getty

Nach der knappen Niederlage gegen Italien haben die DVV-Männer nur noch eine Möglichkeit sich für Olympia zu qualifizieren.

Sofia/München - Sofia war für die deutschen Volleyballer keine Reise wert, jetzt muss es in Berlin klappen:

Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen unterlag beim europäischen Qualifikationsturnier im Finale Italien knapp mit 2:3 (22:25, 24:26, 25:19, 25:22, 12:15) und hat damit die erste Chance auf ein Olympiaticket verspielt.

Nun muss das deutsche Team das Weltturnier in Berlin (8. bis 10. Juni, LIVE im TV auf SPORT1) gewinnen. Dort wird in einem Viererwettbewerb noch eine letzte Fahrkarte nach London vergeben.

Deutschland zu Beginn hochkonzentriert

Heynens Team begann gegen den WM-Vierten hochkonzentriert und hielt den Favoriten lange in Schach. Doch zum Ende des hart umkämpften ersten Satzes häuften sich die Fehler und Deutschland geriet in Rückstand. Italien verwandelte gleich den ersten Satzball.

Dementsprechend laut fiel auch Heynens Pausenansage aus: "Wenn wir 0:3 verlieren wollen, dann machen wir so weiter. So spielen wir kein Volleyball, das war so nicht abgesprochen."

Seine langen Kerls nahmen sich die Kritik zu Herzen. Zwar leistete sich die Mannschaft nach wie vor einige Aufschlagfehler, doch mit druckvollen, variablen Angriffen blieben die Deutschen im Spiel und ließen sich auch vom Publikum nicht beirren, das das Team bei jedem Ballkontakt gnadenlos auspfiff und ausbuhte.

Am Ende fehlte nur ein wenig Glück, um zum 1:1 auszugleichen.

Im dritten Durchgang drehten die Deutschen dann noch einmal auf, die Italiener schienen mit den Gedanken schon bei der Siegesfeier zu sein.

Schöps-Wechsel verleiht Sicherheit

Die Auswahl um Kapitän Björn Andrae erarbeitete sich so früh einen Vorsprung, den sie nicht mehr aus der Hand gaben.

Heynen verlieh der Mannschaft zusätzliche Sicherheit, in dem er bei Aufschlägen Jochen Schöps für Diagonalangreifer Georg Grozer brachte, der in den ersten beiden Sätzen fünf von sechs Aufschlägen verschlagen hatte.

Italien zeigte sich durch die Gegenwehr der Deutschen beeindruckt und gab auch den vierten Satz ab, doch im entscheidenden Tie Break erwischte das Heynen-Team einen ganz schlechten Start und holte den Rückstand trotz einer leidenschaftlichen Leistung nicht mehr auf.

Nach einer sehr kurzen Vorbereitung war das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) mit Siegen gegen die Slowakei (3:0) und Finnland (3:1) gestartet, hatte zum Abschluss der Vorrunde beim 0:3 gegen den späteren Endspielgegner Italien aber einen ersten Dämpfer erlitten.

Im Halbfinale zeigten die Deutschen dann ihre bislang beste Turnierleistung und warfen Favorit Bulgarien mit 3:1 aus dem Wettbewerb.

Der ehemalige belgische Nationalspieler Heynen hatte das DVV-Team erst vor gut zweieinhalb Monaten übernommen, Wunder waren da eigentlich nicht zu erwarten. So betrachtete der Bundestrainer den Wettbewerb in Sofia auch eher als intensive Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen.

Positiver Trend soll in Berlin fortgesetzt werden

Die stetige Steigerung während des Turniers lässt so auch für die kommenden Aufgaben hoffen.

Nun hat die Mannschaft noch knapp vier Wochen Vorbereitungszeit, um beim Weltturnier in Berlin den großen Traum doch noch wahr werden zu lassen.

Bis auf Indien steht noch kein weiterer Gegner der deutschen Auswahl fest. Voraussichtlich am Dienstag soll bekannt gegeben werden, wer das Feld komplettiert.

Die Volleyballer wären bei einer erfolgreichen Olympia-Qualifikation nach den beiden Hockeyteams die dritte deutsche Mannschaft, die in der britischen Hauptstadt starten darf. Zuvor waren Fußballer, Handballer, Basketballer und Wasserballer mit Frauen- und Männer-Teams sowie die Volleyballerinnen gescheitert.

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