Die deutsche Nationalmannschaft wurde bei Olympia 2008 in Peking Neunter © imago

Den deutschen Vollyballern gelingt im Halbfinale des Quali-Turniers ein Erfolg gegen Bulgarien. Im Endspiel wartet nun Italien.

Sofia/München - Die deutschen Volleyballer sind den Olympischen Spielen ganz nah.

Beim Qualifikationsturnier in Sofia setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen überraschend mit 3:1 (25:22, 20:25, 25:22, 25:16) gegen Gastgeber Bulgarien durch und kämpft am Sonntag im Endspiel gegen Italien um das Ticket für London.

Gegen den WM-Vierten hatte es in der Gruppenphase eine 0:3-Niederlage gegeben.

"Gegen eine der besten Mannschaften in Europa haben wir sehr gut gespielt und sind cool geblieben", sagte Heynen: "Wir haben jetzt vielleicht schon mehr als die Hälfte des Weges hinter uns, aber noch ein Spiel vor uns. Als ich vor zwei, drei Wochen begann, habe ich das nicht für möglich gehalten."

Zu viele Fehler in Satz zwei

Vor 12.000 Zuschauern startete die deutsche Mannschaft hochkonzentriert und die Bulgaren leisteten sich einige Fehler, so dass sich die Gäste früh absetzen konnten.

Mit guten Angriffen und einer noch besseren Blockverteidigung nahm das Team um Kapitän Björn Andrae dem Gastgeber den ersten Satz überhaupt im Turnier ab.

Im zweiten Satz schien sich der Gegner gefangen zu haben, Heynens Team geriet direkt in Rückstand.

Doch die Mannschaft um den starken Diagonalangreifer Georg Grozer kämpfte sich unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Fans wieder heran, zu viele Fehler und ein etwas schwächerer Angriff verhinderten allerdings eine 2:0-Satzführung.

Zwei Siege, eine Niederlage

Nach einer klaren Ansage von Heynen begann die Mannschaft im dritten Satz wieder stärker und führte zunächst. Nach einer Drangphase der Bulgaren waren Grozer und Co. dann auf dem Posten, glichen aus und brachten den Satz nach Hause.

Nun spielten die Deutschen wie entfesselt und ließen sich auch von der Kulisse nicht mehr beeindrucken. Nach 113 Minuten war die Überraschung perfekt, gleich der erste Matchball saß.

Nach einer sehr kurzen Vorbereitung war das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) mit Siegen gegen die Slowakei (3:0) und Finnland (3:1) gestartet, hatte zum Abschluss der Vorrunde bei der Pleite gegen Endspielgegner Italien allerdings einen Dämpfer erlitten.

Für Heynens Geschmack kam das Duell mit den Gastgebern dann eigentlich zu früh.

Überragende Leistung

Der ehemalige belgische Nationalspieler hatte das DVV-Team erst vor gut zweieinhalb Monaten übernommen, Wunder durfte da niemand erwarten. So betrachtete der Bundestrainer den Wettbewerb in Sofia auch eher als intensive Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen.

Die stetige Steigerung während des Turniers und vor allem die überragende Leistung gegen die favorisierten Bulgaren lässt nun auch für das Finale hoffen.

Drittes Team in London?

Sollte die DVV-Auswahl den Turniersieg in Sofia verpassen, hätte das Team beim Weltturnier in Berlin (8. bis 10. Juni, LIVE im TV auf SPORT1) als Ausrichter noch eine letzte Chance auf die Sommerspiele.

Die Volleyballer wären bei einer erfolgreichen Olympia-Qualifikation nach den beiden Hockeyteams die dritte deutsche Mannschaft, die in der britischen Hauptstadt starten darf.

Zuvor waren Fußballer, Handballer, Basketballer und Wasserballer mit Frauen- und Männer-Teams sowie die Volleyballerinnen gescheitert.

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