Denis Kaliberda wechselte 2009 von VC Olympia Berlin zu Generali Haching © imago

Die deutschen Volleyballer stehen beim Olympia-Qualifikations-Turnier in Bulgarien im Halbfinale und träumen weiter von London.

Sofia/München - Eine kurze Jubelrunde, dann gingen die deutschen Volleyballer nach dem vorzeitigen Einzug ins Halbfinale in Sofia wieder zur Tagesordnung über. (BERICHT: Erleichterung nach Auftaktsieg)

Schließlich hat die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen trotz des letztendlich klaren 3:1 (31:29, 25:19, 21:25, 25:16) gegen Finnland beim Olympia-Qualifikationsturnier in der bulgarischen Hauptstadt lediglich eine weitere Etappe gewonnen, das Ziel ist noch nicht erreicht.

Zwei Möglichkeiten

"Ich habe vorher zur Mannschaft gesagt, es gibt zwei Möglichkeiten zu gewinnen: Erstens besser spielen, zweitens lange spielen", sagte der Bundestrainer: "Wenn das eine nicht klappt, müssen wir das andere machen."

Sein Team entschied sich gegen Finnland für die Zermürbungstaktik, für mehr reichte es noch nicht. Dabei ist eine Steigerung notwenig, denn erst jetzt geht es gegen die großen Gegner.

Sieg nötig

Um das Ticket für die Sommerspiele (27. Juli bis 12. August) zu lösen, muss Deutschland das Achter-Turnier gewinnen. Im abschließenden Gruppenspiel wartet am Donnerstag der WM-Vierte Italien (19.45 Uhr). Im Halbfinale am Samstag könnte den Deutschen dann ein Duell mit Europameister Serbien oder Gastgeber Bulgarien drohen.

Die Finnen, die zum Auftakt Mitfavorit Italien beim 2:3 zumindest einen Punkt abtrotzten, bereiteten der deutschen Mannschaft zu Beginn große Schwierigkeiten. Das Team um Diagonalangreifer Georg Grozer geriet früh in Rückstand, fing sich aber, wehrte fünf Satzbälle ab und setzte sich schließlich 31:29 durch.

Besserer Anfang gefordert

"Wir müssen besser anfangen. Das muss möglich sein", forderte Heynen seine Schützlinge denn auch in der ersten Pause auf. Seine Mannschaft nahm sich die Kritik zu Herzen, doch Finnland blieb auf Augenhöhe.

Lautstark unterstützt von einer mitgereisten Fangruppe fand der Weltranglisten-27. immer wieder eine Antwort, doch letztendlich ging den Blauen die Puste aus.

Kritische Situation

Im dritten Satz wurde es noch einmal kritisch für die Deutschen. Heynen legte in einer Auszeit den Finger in die Wunde: "Wir müssen bis zu Ende spielen. Wenn wir nicht an unsere Grenzen gehen, klappt es nicht."

Doch seine Spieler schafften es nicht mehr, das Ruder herumzureißen, und Finnland gelang das 1:2. Im entscheidenden Satz setzten Grozer und Co. die Ansagen des Trainers dann konsequent um und brachten das Spiel sicher nach Hause.

Zweite Chance

Sollten die deutschen Herren den Turniersieg in Sofia verpassen, hätte das Team beim Weltturnier in Berlin (8. bis 10. Juni, LIVE im TV auf SPORT1) als Ausrichter noch eine letzte Chance auf die Sommerspiele.

Nach jetzigem Stand könnten dort aber schwere Brocken wie Vize-Weltmeister Kuba oder Argentinien warten.

Die Volleyballer wären bei einer erfolgreichen Olympia-Qualifikation nach den beiden Hockeyteams die dritte deutsche Mannschaft, die in der britischen Hauptstadt starten darf. Zuvor waren Fußballer, Handballer, Basketballer und Wasserballer mit Frauen- und Männer-Teams sowie die Volleyballerinnen gescheitert.

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