Schöps (l.) und Günthör (r.) haben eine Woche gemeinsamer Vorbereitung hinter sich © imago

Nach dem Aus der Frauen wollen die deutschen Volleyballer bei der Olympia-Qualifikation ihre Chance aufs London-Ticket nutzen.

Sofia/München - Die Vorzeichen für eine gelungene Olympia-Qualifikation in Bulgarien könnten besser sein.

Wenn die deutschen Volleyballer am Dienstag in Sofia (13.30 Uhr) ihr erstes Spiel gegen die Slowakei bestreiten, haben sie gerade mal eine Woche gemeinsamer Vorbereitung hinter sich.

Zu wenig, meint der neue Bundestrainer Vital Heynen und dämpft daher auch gleich die Erwartungen.

"Wenn wir ein Spiel gewinnen, ist das okay, wenn wir zwei gewinnen, wird es interessant", sagt der Belgier, der im Februar die Nachfolge des wenig geliebten Argentiniers Raul Lozano angetreten hatte.

Feinschliff unter Wettkampfbedingungen

Der Druck auf die deutsche Auswahl ist vor dem Auftaktspiel in der Gruppe 2 groß, die Volleyballer haben als letztes deutsches Team noch die Möglichkeit, ein Ticket für London zu lösen.

Bis auf die beiden Hockey-Teams sind alle anderen Mannschaften gescheitert - zuletzt auch die DVV-Damen (Bericht).

Trotzdem betrachtet Heynen das stark besetzte Achter-Turnier weniger als echte Qualifikationsmöglichkeit, sondern mehr als Feinschliff unter Wettkampfbedingungen.

Ass im Ärmel

Schließlich hat der belgische Meistertrainer noch ein Ass im Ärmel: das letzte Qualifikationsturnier in Berlin vom 8. bis 10. Juni.

"Es ist immer gut, unabhängig zu sein. Die Tage in Bulgarien sind auf jeden Fall wichtig für unsere Entwicklung", beschreibt Heynen das Etappenziel.

Ob die Rechnung aufgeht, ist fraglich, schließlich bekommt es Deutschland nach derzeitigem Stand in Berlin mit Kuba und Argentinien zu tun, sollten die Teams in ihren kontinentalen Wettkämpfen scheitern.

Das weiß auch Heynen, der den derzeitigen Leistungsstand seiner Schützlinge allerdings ebenfalls realistisch einschätzen kann: "Wenn wir weit kommen, können wir gefährlich werden. Aber der Start wird schwer."

Nur der Sieger darf nach London

Nach dem Auftakt gegen die Slowakei folgt am Mittwoch als nächster Gegner Finnland (13 Uhr), bevor zum Abschluss der Vorrunde am Donnerstag der WM-Vierte Italien (19.45 Uhr) wartet.

In der Gruppe 1 kämpfen Gastgeber Bulgarien, Europameister Serbien, Slowenien und Spanien um den Einzug ins Halbfinale.

"Bulgarien ist für mich klarer Favorit. Ich tippe zu 80 Prozent auf Bulgarien, die sieben anderen Teams haben 20 Prozent", schätzt Heynen die Konkurrenz ein. Nur der Sieger des Turniers darf zu den Sommerspielen reisen.

Traumformation noch nicht gefunden

Noch hat der Trainer seine Traumformation nicht gefunden. Die letzten Trainingsspiele gegen Slowenien nutzte der 42-Jährige, um einen Eindruck seiner Spieler zu bekommen:

"Ich bin neu und habe 16 Spieler. Und jemanden nicht zu nominieren, ohne zu sehen, was er im Spiel macht - da kann ich nicht hinterstehen. Es gibt bei mir keine Stammsechs."

Hübner als Co-Trainer

Als Co-Trainer dabei sein wird Stefan Hübner. Der Mittelblocker hatte seine Karriere Mitte Januar aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme überraschend beendet und unterstützt Heynen seit dessen Amtsantritt im Betreuerteam.

Unter dem neuen Coach hatte Hübner den Versuch gewagt, sich zurück ins Team zu spielen, doch für Bulgarien reichte es (noch) nicht. Ob Hübner bei der World League in Frankfurt (25. bis 27. Mai) oder beim Turnier in Berlin zum Einsatz kommt, ist noch offen.

Heynen: "Ab dem 16. Mai kommen alle wieder zum Team, dann kann alles wieder ganz anders aussehen." Und vielleicht sogar rosiger als jetzt.

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