Mareen Apitz (l.) spielt seit 2006 beim Dresdner SC © imago

Die deutschen Volleyballerinnen scheitern in Ankara im Halbfinale an Polen. Weltmeister Russland leistet keine Schützenhilfe.

Ankara - Letzte Chance vertan: Die deutschen Volleyballerinnen sind beim Qualifikationsturnier in der türkischen Hauptstadt Ankara im Halbfinale gescheitert und haben das Ticket für die Olympischen Sommerspiele endgültig verpasst.

Das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti unterlag der Überraschungsmannschaft aus Polen trotz der phasenweise besten Turnierleistung mit 1:3 (22:25, 25:16, 14:25, 17:25).

Weltmeister Russland verlor am Abend gegen Gastgeber Türkei 1:3 (26:28, 24:26, 16:25, 21:25) und bekommt damit den letzten Platz für das Olympia-Qualifikationsturnier in Tokio (19. bis 27. Mai).

"Waren mental wirklich bereit"

"Wir hatten heute eine sehr gute Einstellung, waren mental wirklich bereit für dieses Halbfinale. Wir haben heute alles probiert, aber sind auf ein sehr starkes polnisches Team getroffen. Zu diesem Spiel gibt es nicht viel mehr zu sagen, Polen war in allen Elementen stärker", sagte Guidetti.

Der Bundestrainer hatte nach Spielende bereits geahnt, dass der Traum von London bereits am Samstag beendet sein würde:

"Ob wir noch eine weitere Qualifikationsmöglichkeit bekommen, hängt nun von Russland ab. Die Chancen sehe ich aber gering, denn die Türkei spielt hier bislang ein sehr gutes Turnier."

Dritter Satz: Lehrstunde für die Deutschen

Was am Samstagnachmittag zwischen Deutschland und Polen noch wie ein Duell auf Augenhöhe begann, entwickelte sich ab dem dritten Satz zu einer Lehrstunde für die Deutschen.

In den ersten beiden Durchgängen zeigten die "Schmetterlinge" ihre bisher beste Turnierleistung, obwohl sie den ersten Satz knapp verloren.

Von der Nervosität der vergangenen Tage war nichts zu spüren, der Angriff um Spielführerin Margareta Kozuch und Diagonalangreiferin Grün präsentierte sich deutlich verbessert.

An die Wand gespielt

Den zweiten Durchgang konnte die deutsche Auswahl sogar deutlich für sich entscheiden. Guidettis Sechs gelang einfach alles, jeder Punkt saß, sodass sich das Team bereits auf Finalkurs wähnte.

Doch im dritten Satz konnte Deutschland das Niveau nicht mehr halten und ließ sich von den Polinnen, die in Ankara bisher noch keine Niederlage kassierten, an die Wand spielen.

Im vierten Satz verlor die DVV-Auswahl dann völlig den Faden und ließ den Gegner auf 1:11 davonziehen. Zwar gab sich die Mannschaft nicht auf, doch der Abstand war einfach zu groß, um sich in den Entscheidungssatz zu retten.

"Es tut mir sehr leid für unser Team, das seit vier Jahren den großen Traum hat, zu den Olympischen Spielen zu fahren. Dass wir jetzt ausgeschieden sind, macht mich sehr traurig", sagte Kozuch.

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