Margareta Kozuch wurde 2011 in Deutschland zur Volleyballerin des Jahres gewählt © getty

Aus Spaziergang wird Albtraum: Die deutschen Volleyballerinnen erleiden im Kampf ums Olympia-Ticket einen bitteren Rückschlag.

Ankara - Trotz einer beherzten Aufholjagd haben die deutschen Volleyballerinnen im Kampf um ein Olympiaticket einen bitteren Rückschlag erlitten.

Das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti verlor beim Qualifikationsturnier in der Türkei gegen die Gastgeberinnen 1:3 (25:18,16:25, 23:25, 28:30) und steht vor der abschließenden Partie der Gruppe 1 gegen Bulgarien am Freitag mit dem Rücken zur Wand.

Nur ein Sieg sichert dem Vize-Europameister den Einzug in die Runde der letzten Vier, das Ticket für die Sommerspiele in London (27. Juli bis 12. August) löst nur der Gewinner des stark besetzten Achter-Turniers.

Guidetti: "Ein Skandal"

Guidetti war nach der Niederlage in Ankara restlos bedient und haderte vor allem mit den Schiedsrichtern.

"Hier herrscht so viel politische Macht des türkischen Verbandes, und das hat dieses Match eindeutig gezeigt", schimpfte der Italiener:

"Man muss pro Satz 30 klare Punkte machen um gewinnen zu können oder dürfen. Aber das leider nicht möglich. So viele Fehlentscheidungen gegen uns, vor allem in so wichtigen Situationen, sind ein Skandal."

Duell mit Weltmeister droht

Sollte den Deutschen der Sprung in die K.o.-Phase gelingen, könnte bereits dort das Duell mit Weltmeister Russland drohen (BERICHT: Auftaktsieg für Guidetti-Girls).

Die Russinnen hatten sich zum Auftakt der Gruppe 2 eine Niederlage gegen Polen geleistet, dann aber Europameister Serbien souverän geschlagen.

Vor dem letzten Spieltag führt allerdings Polen das Klassement an. Der Gruppenzweite bekommt es jeweils mit dem Ersten der anderen Gruppe zu tun.

Im Block hapert es

Was vor vollem Hause in Ankara im ersten Satz gegen den Weltranglisten-Elften vom Bosporus noch wie ein Spaziergang aussah, entpuppte sich für Angelina Grün und Co. bald als Albtraum.

Der zweite Satz ging mit neun Punkten Rückstand verloren, die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) leistete sich gegen beherzt aufspielende Türkinnen zu viele Fehler. Besonders im Block haperte es bei den Deutschen.

Auf der Gegenseite fand der Angriff um Grün und Spielführerin Margareta Kozuch kein Mittel gegen die gegnerische Abwehr.

Grün treibt an

"Wir haben leider in den entscheidenden Phase unsere Angriffe nicht mehr durchbekommen, und die Türkei hat uns zudem mit einem starken Aufschlag immer wieder unter Druck gesetzt", sagte Kozuch.

Im dritten Durchgang schien sich die Mannschaft zu besinnen. Immer wieder angetrieben von der neunmaligen Volleyballerin des Jahres Grün blieb Deutschland dran, am Ende reichte es wieder nicht.

Im vierten Satz versagten den Schützlingen von Coach Guidetti dann endgültig die Nerven, sie vergaben drei Satzbälle zum Ausgleich, die Türkei verwandelte den vierten Matchball zum 30:28.

Allerletzte Chance Tokio

Nun gilt es für die Deutschen, die Pleite schnellstmöglich zu verarbeiten. Sollte die Mannschaft den Turniersieg verpassen, hätte das Team beim Qualifikationsturnier in Tokio (19. bis 27. Mai) noch eine allerletzte Olympiachance.

Eine Teilnahme in der japanischen Hauptstadt ist jedoch nur möglich, wenn Russland in Ankara gewinnt.

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