Freut sich mit ihrer Nationalmannschaftkollegin Maren Brinker (l.): Corina Ssuschke-Voigt
Corinna Ssuschke-Voigt (r.) spielt seit 2011 bei Trefl Sopot in Polen © dapd

Die deutschen Volleyballerinnen setzen sich beim Quali-Turnier in Ankara gegen Kroatien locker durch. Nun wartet der Gastgeber.

München/Ankara - Als der erste kleine Schritt in Richtung Olympia in London gemacht war, tanzten die deutschen Volleyballerinnen fröhlich im Kreis.

Ausgelassen bejubelte die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti das mühelose 3:0 (25:12, 25:16, 25:17) gegen Kroatien zum Auftakt des europäischen Olympia-Qualifikationsturniers in Ankara.

Nach einer konzentrierten Vorstellung besiegten die Vize-Europameisterinnen den Außenseiter in der Türkei in nur 67 Minuten und zeigten dabei kaum Fehler.

"Ich fühle mich sehr gut nach diesem Spiel und bin wirklich zufrieden. Wir haben in den wichtigen Phasen die richtigen Lösungen gefunden, so kann es weitergehen", sagte Guidetti: "Natürlich haben wir noch nicht viel erreicht, das Turnier liegt noch vor uns."

Um das Ticket für die Sommerspiele (27. Juli bis 12. August) zu lösen, muss Deutschland das stark besetzte Achter-Turnier allerdings gewinnen.

Kroatinnen überfordert

Nach einer starken Vorstellung im Angriff gewann die deutsche Mannschaft den ersten Satz in nur 21 Minuten. Gerade einmal zwölf Punkte der Kroatinnen ließen Spielführerin Margareta Kozuch und Co. dabei zu.

Auch wenn es den überforderten Kontrahentinnen im zweiten Abschnitt vor nur 500 Zuschauern in der Volleyball-Arena von Ankara immerhin auf 16 Zähler brachten, so dauerte es nur eine Minute länger als zu Beginn, bis das DVV-Team mit 2:0 in Führung lag.

Kozuch setzt auf Automatismen

Viele einfache Fehler im kroatischen Spiel gepaart mit der energischen Angriffsarbeit der Deutschen, angeführt von Diagonalspielerin Angelina Grün, sorgten schließlich im dritten Satz für die schnelle und kraftsparende Entscheidung.

"Es war sicherlich nicht alles perfekt, aber schon gut für das erste Match in diesem Turnier. Vieles wird automatisch noch besser werden und an Kleinigkeiten werden wir weiter hart arbeiten, um unser großes Ziel zu erreichen", sagte Kozuch.

Im Halbfinale gegen den Weltmeister?

In den beiden weiteren Spielen der Vorrundengruppe 1 warten die Türkei (Donnerstag, 19.00 Uhr) und Bulgarien (Freitag, 16.30 Uhr).

Doch nach der vermeintlich leichten Gruppenphase droht der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) im Halbfinale ein Duell mit Weltmeister Russland oder Europameister Serbien.

Mit den Niederlanden und Polen streiten sie sich in der Gruppe 2 um die zwei Plätze für das Halbfinale.

Eventuell noch eine Chance

Bislang hat sich neben Gastgeber Großbritannien erst eine europäische Mannschaft für London qualifiziert. Beim World Cup in Japan, bei dem die deutschen "Schmetterlinge" mit Rang sechs die erste Chance verpasst hatten, sicherte sich Italien die Teilnahme.

Sollte die erfahrene DVV-Truppe den Turniersieg verpassen, hätte das Team beim Qualifikationsturnier in Tokio (19. bis 27. Mai) noch eine allerletzte Chance. Eine Teilnahme in der japanischen Hauptstadt ist jedoch nur dann möglich, wenn Russland oder Serbien in Ankara gewinnen.

Kollektives Mannschafts-Scheitern

Wenn die Olympia-Qualifikation glückt, wären die Volleyball-Frauen nach den beiden Hockeyteams erst die dritte deutsche Mannschaft, die in der englischen Metropole an den Start gehen darf.

Mit ihrem kollektiven Scheitern hatten Fußballer, Handballer, Basketballer und Wasserballer in den vergangenen Monaten für ein historisches Teamsport-Debakel gesorgt.

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