Max Günthör (l.) gewann mit Haching die letzten drei Pokalendspiele © imago

Der Titelverteidiger geht mit großem Selbstvertrauen ins Endspiel gegen Friedrichshafen. Die Frauen erwarten einen Krimi.

München - Wer am Sonntag im westfälischen Halle den Pokal in die Höhe strecken wird, ist für Max Günthör ganz klar.

"Na, wir", sagt der Kapitän von Volleyball-Bundesligist Generali Haching.

Im Spiel um den ersten Titel der Saison bekommt es der Titelverteidiger allerdings mit dem deutschen Meister VfB Friedrichshafen zu tun - genau wie im vergangenen Jahr.

Das "ewige" Duell ist auch das der beiden Teamkapitäne.

Auf der einen Seite der 26 Jahre alte deutsche Nationalspieler Günthör, auf der anderen der acht Jahre ältere Portugiese Joao Jose.

Günthörs Ziel: So gut werden wie Jose

Dabei trennen die beiden nicht nur zwölf Zentimeter Körpergröße, auch die Spielweise der Kontrahenten ist völlig unterschiedlich.

"So wie Joao in der Luft liegt - wenn ich das machen würde, ich würde mir wahrscheinlich etwas brechen", sagt Mittelblocker Günthör, die Bewunderung für den acht Jahre älteren Jose ist dabei deutlich zu hören. Günthör nennt seinen Gegenspieler sein Vorbild.

"Ich kenne niemanden, der so variabel im Angriff ist wie er. Wenn er einen guten Tag hat, hat er 90 Prozent Erfolgsquote. Mein Ziel ist es, so gut im Angriff zu werden wie er", sagte Günthör.

"Wir sind das Zünglein an der Waage"

Am Sonntag hat er mit dem dreimaligen Pokalsieger Unterhaching erneut die Gelegenheit, sich mit seinem Idol zu messen.

Als Mittelblocker sehen sich die beiden direkt in die Augen. Um zu glänzen, muss aber die Leistung der Mannschaft stimmen.

"Als Mittelblocker ist man sehr, sehr abhängig im Spiel. Wir sind so ein bisschen das Zünglein an der Waage, können die Waage aber nicht allein zum Aussschlag bringen", beschreibt Günthör seinen möglichen Anteil an einer erfolgreichen Titelverteidigung.

Doch auch Jose will alles dafür tun, die Trophäe wieder nach Friedrichshafen zu holen: "Der DVV-Pokal ist eines unserer wichtigsten Saisonziele. Ich will den Pokal endlich wieder gewinnen."

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Moculescu stapelt tief

Der letzte Sieg der "Häfler" datiert aus der Saison 2007/2008, Haching könnte den Pokal am Sonntag dagegen zum vierten Mal in Serie gewinnen.

VfB-Trainer Stelian Moculescu sieht denn auch den Gegner mit leichten Vorteilen: "Sie sind Tabellenerster in der Bundesliga (DATENCENTER: Bundesliga 2011/2012) und haben uns in dieser Saison schon zweimal besiegt. Meiner Meinung nach geht Haching als leichter Favorit ins Finale."

Allerdings spricht die Statistik eher für den Rekordpokalsieger: Elfmal stand Friedrichshafen im Endspiel, nur ein einziges Mal hat der VfB verloren und das ausgerechnet gegen den aktuellen Gegner.

Spannung pur auch bei den Damen

Bevor es um 15.30 Uhr zum Showdown der beiden Kapitäne kommt, stehen sich im Endspiel der Frauen Bundesliga-Spitzenreiter Rote Raben Vilsbiburg und der deutsche Meister Schweriner SC gegenüber (13 Uhr).

Titelverteidiger Smart Allianz Stuttgart war im Halbfinale an den Roten Raben gescheitert. Die spielen nun in Ostwestfalen zum zweiten Mal um den Pokal, erstmals hatte der bayrische Verein den Titel 2009 gefeiert.

Trainer Guillermo Gallardo freut sich besonders auf die Athmosphäre in Halle: "Dort zu spielen ist für Volleyballer in Deutschland - eigentlich in fast ganz Europa - das absolute Highlight."

Spannend wird es auch für die Zuschauer, alles andere als ein Fünf-Satz-Krimi wäre eine Überraschung. Die letzte Bundesliga-Begegnung konnte Schwerin knapp mit 3:2 für sich entscheiden - am Sonntag werden die Karten neu gemischt.

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