Alex Galchenyuk trifft zum entscheidenden 3:2 in der Overtime © getty

Montreal verkürzt in den Ost-Finals. Alex Galchenyuk und der Ersatzgoalie glänzen. Das Rangers-Raubein schlägt einen Schiri.

Von Eric Böhm

München/New York - Der Rekordmeister hat ein Lebenszeichen von sich gegeben.

Die Montreal Canadiens gewannen bei den New York Rangers mit 3:2 (0:1, 1:0, 1:1, 1:0) nach Verlängerung und verkürzten in den Finals der Eastern Conference auf 1:2 (Die NHL LIVE im TV auf SPORT1 US und im Livestream).

In einer extrem spannenden Partie hatten die Rangers 28,1 Sekunden vor Schluss durch Chris Kreider ausgeglichen, ehe Alex Galchenyuk in der zweiten Minute der Overtime ein Zuspiel von Tomas Plekanec ins Tor abfälschte.

"Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was passiert ist. Ich bin vors Tor gegangen, Plekanec hat den Puck reingespielt, er ist von meinem Schläger oder von mir abgeprallt, dann ging der Jubel los", sagte Galchenyuk.

Galchenyuk trifft erstmals

Der Center aus dem US-Bundesstaat Wisconsin absolvierte nach ausgeheilter Knieverletzung erst sein zweites Spiel in den NHL-Playoffs. Sein erster Treffer brachte Montreal nach zwei Heimpleiten in der Best-of-Seven-Serie den Pflichtsieg.

Ein 0:3-Rückstand wäre für Spiel 4 in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVESCORES) ein zu große Hypothek gewesen (SHOP: Jetzt Eishockey-Artikel kaufen).

"Es war ein hartes Spiel. Ihr Ausgleich kurz vor Schluss war bitter, aber wir haben ein charakterstarkes Team und sind zurückgekommen", erklärte Galchenyuk. Mit 20 Jahren ist er der jüngste Spieler, dem in den Playoffs ein Overtime-Tor für die Canadiens gelang.

Lob für Tokarski

Der zweite Matchwinner für die "Habs" im New Yorker Madison Square Garden war Ersatzkeeper Dustin Tokarski, der in seinem zweiten Playoff-Start 35 Schüsse parierte (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Olympiasieger Carey Price fehlt nach wie vor wegen einer Beinverletzung aus Spiel 1. Tokarski überzeugte erneut mit starken Paraden wie im dritten Abschnitt gegen Martin St. Louis. Auch Cheftrainer Michael Therrien lobte seinen Torhüter:

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Vanek liefert Assist

Zuvor hatten Andrei Markow und Danny Briere für Montreal das Spiel nach dem frühen 0:1 durch Carl Hagelin gedreht. Der Österreicher Thomas Vanek legte Brieres Treffer auf.

Im vierten Overtime-Spiel der Playoffs war es für die Canadiens der dritte Sieg. Damit war auch die fünf Spiele andauernde Siegesserie der Rangers Geschichte.

"Wir haben eigentlich richtig gut gespielt, müssen das aber jetzt schnell abhaken und nach vorn schauen", meinte New Yorks Goalie Henrik Lundqvist, der 22 Schüsse abwehrte.

Carcillo schlägt Schiedsrichter

Für einen Aufreger sorgte ein ehemaliger Liebling der Rangers-Fans. Brandon Prust checkte Derek Stepan von hinten überhart, kassierte dafür jedoch keine Strafe.

Der Leidtragende blieb einige Minuten auf dem Eis liegen, kehrte aber später zurück. Als Vergeltung knöpfte ihn sich Daniel Carcillo drei Minuten später hinter dem Tor vor ( 890717 DIASHOW: Die deutschen Cracks in der NHL ).

Daraus entstand ein Fight zwischen Prust und Ranger Derek Dorsett. Da wollte Carcillo eingreifen, traf beim Versuch sich loszureißen aber den Linesman mit dem Ellbogen und erhielt eine Spieldauerdisziplinarstrafe.

Zudem droht ihm eine lange Sperre. "Das geht nicht. Hätten sie Prust eine Strafe gegeben wäre das alles nicht passiert, aber wir können nichts dagegen tun", sagte New Yorks Coach Alain Vigneault.

Canadiens wahren historische Chance

Den Gastgebern fehlte ohnehin bereits Derick Brassard wegen einer Oberkörperverletzung, dennoch haben sie mit einem Heimsieg in Spiel 4 die Chance, sich drei Matchbälle zu erarbeiten.

Die Canadiens kämpfen dagegen um den ersten Einzug in die Endspiele um den Stanley Cup seit 1993. Damals gelang ihnen gegen Wayne Gretzky und die Los Angeles Kings der bis dato letzte kanadische Titelgewinn.

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