Martin St. Louis (l.) trifft in seiner Heimatstadt Montreal zum 1:0 für die New York Rangers © getty

Einen Tag vor der Beerdigung seiner Mutter eröffnet Martin St. Louis in Montreal den Torreigen der Rangers im ersten Ost-Finale.

Von Eric Böhm

München/Montreal - Die New York Rangers sind mit einem Paukenschlag in die Conference Finals der NHL-Playoffs gestartet.

Bei den Montreal Canadiens setzten sie sich mit einem furiosen 7:2 (2:0, 2:1, 3:1) durch und übernahmen in der Best-of-Serie die 1:0-Führung (Die NHL LIVE im TV auf SPORT1 US und im Livestream).

Routinier Martin St. Louis, dessen Mutter am Sonntag in seiner Heimatstadt Montreal beerdigt wird, gelang der wichtige erste Treffer.

"Es war eine sehr emotionale Phase, aber die Jungs haben mich großartig unterstützt. Ihr Einsatz war unglaublich. Wir halten richtig eng zusammen. Daraus schöpfen wir Kraft", sagte St. Louis.

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Tragödie schweißt Rangers zusammen

Seit dem völlig unerwarteten Schicksalsschlag für den 38-Jährigen vor Spiel 5 gegen Pittsburgh in der zweiten Runde haben die "Broadway Blueshirts" nicht mehr verloren.

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Selbst die Fans in Montreal feierten den Stürmer am Ende mit Standing Ovations. Einige Mitspieler waren bereits bei der Totenwache dabei, das komplette Team wird an der Beerdigung teilnehmen.

"Es ist kein schöner Anlass, aber er hat unsere Spieler enger zusammenrücken lassen. Marty ist damit unglaublich gut umgegangen. Der Sonntag wird natürlich nicht einfach", betonte Rangers-Coach Alain Vigneault (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Canadiens zahlen für Strafzeiten

Für die Canadiens war es ein denkbar schlechter Auftakt, wollten sie doch den Grundstein für die erste Teilnahme an den Finals um den Stanley Cup seit 1993 legen.

Insgesamt 24 Strafminuten deuten auf eine Übermotivation hin und führten zu drei Gegentoren. So viele Power-Play-Treffer hatten die Rangers bisher insgesamt in den Playoffs erzielt - bei 29 Chancen.

"Zum Glück ist eine Serie über sieben Spiele. Ich glaube, wir sind nach dem Sieg über Boston in ein kleines Loch gefallen", meinte Rene Bourque, Montreals Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:2.

Nash beendet Durststrecke

Bei den Gästen ragte Mats Zuccarello mit einem Tor und zwei Assists heraus. Die Rangers hatten in ihren vergangenen neun Gastspielen beim Rekordmeister insgesamt nur viermal getroffen.

Vor allem Rick Nash dürfte aufgeatmet haben. Ihm gelang in Überzahl sein erster Playoff-Treffer im 15. Spiel ( 890717 DIASHOW: Die deutschen Cracks in der NHL ).

"Wir sind sehr glücklich für Nasher. Er musste zuletzt viel Kritik einstecken. Von dieser Last hat er sich erst einmal befreit", sagte der ebenfalls einmal erfolgreiche Brad Richards.

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Price ausgewechselt

Goalie Henrik Lundqvist gelang zudem sein erster Sieg in Montreal seit fünf Jahren.

Sein in den Playoffs bisher so starker Gegenüber Carey Price wurde dagegen nach zwei Dritteln ausgewechselt, außerdem schien sich der Olympiasieger von Sotschi bei einer Kollision mit New Yorks Chris Kreider am rechten Bein verletzt zu haben.

"Grund für die Auswechslung war keine Verletzung. Es war mehr eine Schutzmaßnahme, denn wir haben nicht gut gespielt", erklärte Trainer Michael Therrien. Zum ersten Mal treffen zwei Torhüter nach dem olympischen Finale auch in den NHL-Playoffs aufeinander.

Die Canadiens müssen sich nun schleunigst von ihrer höchsten Playoff-Klatsche seit 2002 erholen (2:8 gegen Carolina), denn in der Nacht auf Dienstag steigt Spiel 2 (ab 2 Uhr LIVESCORES) erneut vor heimischer Kulisse.

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