Dennis Seidenberg fällt mit einem Kreuzbandriss für den Rest der NHL-Saison aus © getty

Für Bostons Dennis Seidenberg ist die Saison beendet. Nach seinem Kreuzbandriss wird der Verteidiger auch die WM in Weißrussland verpassen.

Boston/Köln - Dennis Seidenberg durfte noch ein wenig hoffen, als er am Freitagabend nach einem Zweikampf mit Ottawas Cory Conacher mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Eis des TD Gardens glitt.

Aus eigener Kraft humpelte der Nationalspieler von den Boston Bruins noch in den Spielertunnel, doch keine 24 Stunden nach dem 5:0-Kantersieg gegen die Ottawa Senators in der NHL erreichte ihn die schockierende Diagnose: Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie, die Saison ist für den Top-Verteidiger beendet.

"Alle wissen, wie gut er ist"

Der 32-Jährige fällt sechs bis acht Monate aus, der deutschen Nationalmannschaft wird Seidenberg bei der WM in Weißrussland vom 9. bis 25. Mai 2014 damit ebenfalls definitiv fehlen. Für die Bruins ist es ein herber Rückschlag im Kampf um den erneuten Titelgewinn (NEWS: Alles zur NHL).

"Es ist hart, dass wir ohne ihn auskommen müssen", sagte Teamkollege Jarome Iginla: "Wir wissen, wie gut er ist, alle in Boston wissen, wie gut er ist - und ich denke, die Leute, die gegen ihn spielen, wissen das auch."

Die 3:4-Niederlage am Samstag bei den Senators (NEWS: Boston verliert ohne Seidenberg) geriet damit fast ein wenig zur Randnotiz, Boston bleibt Zweiter in der Eastern Conference und damit klar auf Playoff-Kurs (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Spezialist für die wichtigen Spiele

Spätestens in diesen Ausscheidungsspielen dürfte die Wunde, die das Fehlen des deutschen Defensivspezialisten bei den Bruins reißt, so richtig schmerzen.

Je wichtiger das Spiel, desto stärker Dennis Seidenberg, diese These hat der Deutsche in den vergangenen Jahren immer wieder bestätigt.

"Er war immer einer unserer besten Verteidiger", sagt Bruins-Coach Claude Julien, "aber in den Playoffs hat er sich noch einmal gesteigert. Diese Eigenschaft wird uns mit Sicherheit fehlen."

Dauerbrenner der Bruins

Als "workhorse", als Arbeitstier, gilt Seidenberg in der NHL. Mit 21:50 Minuten durchschnittlicher Eiszeit ist er der Dauerbrenner des Teams neben seinem Verteidiger-Kollegen Zdeno Chara (25:02).

Der gebürtige Schwenninger, der seinen Vertrag vor der Saison um vier Jahre verlängert hatte, ist eine tragende Säule des Topteams aus Boston. In dieser Saison erzielte Seidenberg bisher ein Tor und gab neun Assists.

"Und trotzdem wird die Fülle seiner Fähigkeiten noch immer unterschätzt", sagt Teamkollege Iginla: "Sein Schuss, die Härte seiner Zweikämpfe - es wird nicht einfach sein, ihn zu ersetzen."

Zweiter deutscher Stanley-Cup-Sieger

2011 gewann Seidenberg mit dem Team aus Massachussetts als zweiter Deutscher nach Uwe Krupp (1996 und 2002) den Stanley Cup, in der vergangenen Saison scheiterte er erst im Finale.

Ob Seidenberg der Nationalmannschaft bei der WM im Mai hätte helfen können, war allerdings ohnehin fraglich. Die NHL-Playoffs enden erst im Juni und auch in diesem Jahr zählten die Bruins bisher zu den heißen Titelanwärtern.

Ob das auch nach Seidenbergs Verletzung noch gilt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

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