Der 18-jährige Leon Draisaitl ist der Sohn des früheren deutschen Nationalspielers Peter Draisaitl © imago

Mega-Talent Leon Draisaitl ist im Anflug auf die NHL. Der Sohn von Peter Draisaitl wird bereits mit einer Legende verglichen.

München/Füssen - In Kanada nennen sie ihn bereits "The German Gretzky", in Deutschland gilt er als das vielleicht größte Eishockey-Talent überhaupt.

Leon Draisaitl begleiten mit 18 Jahren Elogen, die ein junger Kerl erst mal vertragen muss. Der Sohn des früheren Nationalspielers Peter Draisaitl geht damit aber erstaunlich nüchtern um.

"Es ist schön, so viel Lob zu bekommen, aber das heißt noch lange nichts", sagt er.

Und fügt an: "Ich habe noch nichts erreicht, ich habe noch keinen Stanley Cup gewonnen, das ist alles noch weit weg."

Vergleiche "ein bisschen zu viel"

Gerade über den Vergleich mit "The Great One", dem weltbesten Eishockeyspieler der Geschichte, muss der gebürtige Kölner lächeln.

"Ich finde das übertrieben. Niemals wird einer Wayne Gretzky ersetzen, das wird nicht passieren. Das ist ein bisschen zu viel", sagt Draisaitl.

Allerdings: Zumindest für deutsche Verhältnisse könnte der Youngster eine einmalige Marke setzen.

Kandidat auf den Top-Pick

Wenn die nordamerikanische Profiliga NHL im kommenden Juni in Philadelphia beim Draft wieder die begehrtesten Talente auswählt, steht der Name Draisaitl ganz weit oben.

Der Mittelstürmer zählt zu den Weltbesten seines Jahrgangs. Im Moment gehen Experten davon aus, dass Draisaitl unter den ersten Zehn aufgerufen wird, "am liebsten wäre ich der erste Pick", sagt er.

Die bisher am höchsten gehandelten Deutschen waren Marcel Goc (2001 / Position 20) und Marco Sturm (1996 / 21). (NEWS: Alles zur NHL)

"Ein ganz großer Deal"

Der Draft ist in Nordamerika ein großes Medienereignis. In Kanada wird darüber stundenlang live berichtet. "Ein ganz großer Deal", sagt auch Draisaitl.

Er habe schon jetzt zahlreiche Gespräche mit NHL-Mannschaften, erzählt er, und ja, sie würden ihr Interesse auch offen zeigen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Doch grundsätzlich geht es erst einmal ums Kennerlernen: "Das ist nichts Besonderes, die wollen wissen, wie du tickst."

Topscorer in Kanada

Besonders in den Fokus gerückt ist Draisaitl, seit er in der kanadischen Provinz für die Prince Albert Raiders in einer der stärksten Juniorenligen spielt - nun bereits in der zweiten Saison.

Relativ klein sei das Städtchen, für einen 18-Jährigen wird nicht viel geboten. "X-Box spielen, manchmal Kino oder Bowlen, aber das war's auch", sagt Draisaitl.

Fast alles drehe sich um das Eishockey-Team - und um diesen jungen Deutschen, der der Top-Scorer ist.

Nationaltrainer schwärmt

Bestechend an Draisaitl, urteilen die Talentscouts, sei vor allem seine Spielmacherqualität.

"Er hat alles in seinem Repertoire", findet gar U-20-Nationaltrainer Ernst Höfner, der bei der anstehenden Junioren-Weltmeisterschaft in Schweden (26. Dezember bis 5. Januar) mit Hilfe des Ausnahmetalents dem DEB-Team ein weiteres Jahr die A-Gruppe sichern möchte.

"Er hat eine klare Führungsrolle, alle schauen auf ihn", sagt Höfner.

So schnell wie möglich in die NHL

Bei der WM kann Draisaitl auch noch einmal an seinem Status arbeiten.

Denn so nüchtern wie er mit den Lobeshymnen umgeht, so begierig ist er, das Eis in der besten Liga der Welt zu betreten.

"Es ist mein großer Traum, schon nächstes Jahr in der NHL zu spielen. Praktisch seit ich geboren bin, will ich dort spielen", sagt er, bremst sich aber selbst gleich wieder ein: "Im Moment sieht es gut aus. Aber jeder weiß, wenn du aufhörst zu arbeiten, dann bringt das alles nichts."

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