Ex-MVP Jaromir Jagr spielte beim vorigen NHL-Lockout 2004/05 für Avangard Omsk © getty

Angesichts des drohenden Lockouts in Amerika erlässt die KHL erlässt strenge Richtlinien für die Verpflichtung von NHL-Profis.

Moskau - Die russische Profiliga KHL erwartet für den Fall der Saisonverschiebung in der nordamerikanischen NHL offenbar eine "Invasion" aus Übersee und hat daher strenge Richtlinien für die Verpflichtung von Profis aus der besten Liga der Welt erlassen.

Unter der Überschrift "Ready for Invasion" (Bereit für die Invasion) teilte die Kontinentale Hockey-Liga mit, dass die KHL-Klubs pro Team nicht mehr als drei NHL-Profis verpflichten dürfen.

Für die russischen KHL-Vereine gelten darüber hinaus weitere Einschränkungen. So darf nur einer der drei NHL-Spieler ein Ausländer sein.

Höchstens 65 Prozent des NHL-Gehalts

Die Kandidaten müssen in den letzten drei Jahren entweder mindestens 150 Spiele in der NHL, Erfahrung in der KHL, Einsätze bei einer der letzten beiden Weltmeisterschaften, Junioren-Weltmeisterschaften oder Olympischen Winterspielen vorweisen oder Stanley-Cup-Sieger, Stanley-Cup-Finalist oder Gewinner einer individuellen NHL-Auszeichnung sein.

Für die nicht-russischen KHL-Teams gelten diese zusätzlichen Einschränkungen nicht.

Die finanziellen Regelungen gelten indes wieder für alle KHL-Teams. Die Gagen dürfen nicht mehr als 65 Prozent des Saison-Gehaltes des jeweiligen Spielers in der NHL betragen.

"Mit jedem Tag mehr Schaden"

In Nordamerika drohen die Klubbesitzer im seit Wochen anhaltenden Ringen mit der Spielergewerkschaft NHLPA um den Abschluss eines neuen Tarifvertrages mit der Aussperrung (Lockout) der Profis.

Bis zum 15. September muss eine Einigung erfolgen, dann läuft der bisherige Tarifvertrag aus. (Crosby peilt Europa an)

"Mit jedem weiteren Tag nehmen das Spiel und die Geschäfte mehr Schaden", sagte NHL-Commissioner Gary Bettman am Mittwoch und drohte den Spielern nach der neuerlichen Verhandlungsrunde: "Was wir im Moment bereit sind zu tun, um einen Deal zu erreichen, bevor umfangreicher Schaden angerichtet ist, wird nicht das Gleiche sein, wenn dieser Schaden einmal angerichtet ist."

2004 etliche NHL-Stars in Europa

Bereits in den Spielzeiten 1994/95 und 2004/05 hatten sich Liga und Spielergewerkschaft nicht auf einen Arbeitsvertrag einigen können.

Beim ersten Lockout fiel nur ein Teil der Saison ins Wasser, 2004/05 wurde die gesamte Spielzeit abgesagt. Damals wechselten einige NHL-Stars nach Europa, um sich fit zu halten.

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