Anze Kopitar (h.) kam 2006 aus Schweden zu den Los Angeles Kings © getty

Los Angeles setzt seine Auswärtsserie auch im ersten Stanley-Cup-Endspiel fort. Kopitar bezwingt die Devils in der Verlängerung.

Von Eric Böhm

München/Newark - Die Los Angeles Kings haben auch im ersten Stanley-Cup-Finale ihre beeindruckende Serie in fremden NHL-Hallen fortgesetzt.

Der Meister der Western Conference feierte durch ein 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung bei den New Jersey Devils im neunten Auswärtsspiel den neunten Sieg.

"Für die Serie ist es extrem wichtig, gleich in Führung zu sein. Damit setzen wir sie unter Druck und können unser Spiel durchziehen", freute sich Kings-Kapitän Dustin Brown.

Stürmer Anze Kopitar schloss in der neunten Minute der Overtime einen tollen Konter spektakulär zum Siegtreffer ab.

Kopitar überwindet Brodeur

Der Slowene nahm einen punktgenauen Pass von Justin Williams auf und ließ New Jerseys 40-jährigen Torwart-Routinier Martin Brodeur in seinem 200. Playoff-Spiel eiskalt aussteigen.

"Ich habe gesehen, dass Justin zwei Gegenspieler hatte. Deshalb habe ich mich in die Mitte orientiert. Ich weiß nicht, ob er meinen Ruf gehört hat, aber der Pass kam genau in meinen Lauf", beschrieb Kopitar die Schlüsselszene.

Nach dem 1:0 in der Best-of-Seven-Serie benötigen die Kalifornier nur noch drei Siege, um die erste Meisterschaft ihrer Geschichte zu gewinnen.

"Er lebt für die großen Momente"

Außerdem fehlt den Kings nur noch ein Auswärtserfolg, um den NHL-Rekord einzustellen. Von den bisherigen 13 Playoff-Partien verloren sie nur zwei.

In ihrem ersten Stanley-Cup-Finalspiel seit 1993 unterstrich vor allem Kopitar seine Topform. In den vergangenen neun Partien markierte er zwölf Punkte - darunter sechs Tore.

"Wir spielen schon lange zusammen. Er lebt für die großen Momente. Ich hatte einfach gehofft, er wäre dort", meinte Vorlagengeber Williams.

Glücklicher Ausgleich

In dem erwartet harten Duell dominierten über weite Strecken die Abwehrreihen sowie die starken Goalies Brodeur und Los Angeles' Schlussmann Jonathan Quick.

Nur Colin Fraser (10.) und New Jerseys Anton Woltschenkow (39.) ließen mit ihren ersten Playoff-Toren die jeweiligen Bänke in der regulären Spielzeit jubeln.

Der Ausgleich der sehr harmlosen Gäste kam allerdings sehr glücklich zustande. Quick wehrte Wolschenkows Schuss nach vorn ab. Der Puck prallte von Gäste-Verteidiger Slawa Woynows Schulter ins eigene Netz.

Parise wird ein Treffer aberkannt

Zu Beginn des dritten Abschnitts wurde es für L.A. doch einmal brenzlig. In der 45. Minute schien es, als hätte Zach Parise aus einem Durcheinander heraus das 2:1 für die Gastgeber erzielt.

Der Hauptschiedsrichter erkannte das Tor jedoch nicht an. Nach Studium der TV-Bilder wurde er bestätigt. Parise hatte den Puck mit der Hand über die Linie gedrückt.

"Wir hatten es heute nicht verdient. Das muss man anerkennen", sagte Stürmer Patrick Elias, der mit New Jersey bereits 2000 und 2003 den Cup gewann.

"Unser schlechtestes Playoff-Spiel"

Spiel zwei findet in der Nacht auf Sonntag (ab 2 Uhr LIVESCORES) erneut im Prudential Center von Newark statt. Danach geht es für zwei Partien an die Westküste.

"Es war wahrscheinlich unser schlechtestes Playoff-Spiel. Vielleicht waren wir etwas zu nervös. Das wird uns im nächsten Spiel nicht passieren", sagte Topscorer Ilya Kowaltschuk.

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