Martin Brodeur spielt bereits seit 1990 für die New Jersey Devils © getty

Martin Brodeur setzt in der NHL seit zwei Jahrzehnten Maßstäbe. Gegen die L.A. Kings greift er wieder nach dem Stanley Cup.

Newark - Die meisten Spiele, die meisten Siege, die meisten Shutouts:

Martin Brodeur hat in seinen zwei Jahrzehnten als Profi in der NHL Meilensteine gesetzt, manche vielleicht sogar für die Ewigkeit.

Der Kanadier hält in der besten Liga der Welt sagenhafte 18 Torhüter-Rekorde, schon dreimal führte er die New Jersey Devils zum Stanley-Cup-Sieg.

17 Jahre nach seinem ersten Coup greift der inzwischen 40-Jährige im Finale gegen die Los Angeles Kings (Spiel eins, ab 2 Uhr LIVESCORES) erneut nach der begehrtesten Eishockey-Trophäe.

Mit viertem Triumph aufhören

Ein vierter Triumph wäre der perfekte Abgang für einen Torhüter, dessen Fußstapfen wohl für alle Nachfolger zu groß sein werden.

"Auf dem Höhepunkt der Karriere abzutreten, das wünscht sich jeder. Aber wenn man weiß, dass man noch mithalten kann, ist das Loslassen schwer", sagt Brodeur.

Er liebt Eishockey, er liebt die Kameradschaft in der Kabine, das Adrenalin auf dem Eis, den süßen Geschmack des Sieges.

"Es gibt kein vergleichbares Gefühl als nach der Schlusssirene zu wissen, dass man gewonnen hat", sagt Brodeur.

Der zweimalige Olympiasieger wurde von Experten schon mehrfach abgeschrieben. Auch nach der durchwachsenen Hauptrunde in dieser Saison trauten ihm nicht mehr viele zu, Spiele noch im Alleingang gewinnen zu können.

Starke Leistung gegen die Rangers

Doch spätestens in der entscheidenden sechsten Partie in der Finalserie der Eastern Conference gegen den Erzrivalen New York Rangers belehrte Brodeur seine Kritiker eines Besseren.

Der Goalie hielt im letzten Drittel brillant und rettete sein Team in die Verlängerung, in der Adam Henrique der 3:2-Siegtreffer gelang.

"Martin ist eine Legende", sagt Stürmer Alexej Ponikarowski über seinen Schlussmann: "Auf diesem Level noch immer so zu spielen wie in seinen jungen Jahren, das ist einfach unglaublich. Dafür muss man ihn bewundern."

Teamkollegen bewundern Brodeur

Auch für Patrik Elias, seit 13 Jahren Brodeurs Teamkollege, ist der Torwart-Oldie ein Phänomen: "Alle Welt sagt, dass er bald zurücktreten wird, aber auf einmal steht er im Stanley-Cup-Finale, und dank ihm haben wir die besten Chancen, jedes dieser Spiele zu gewinnen."

Wie auch immer das Finale ausgeht, Brodeur hat schon seit langer Zeit seinen Platz in den NHL-Geschichtsbüchern sicher. Als wichtigsten Meilenstein bezeichnet er seinen insgesamt 552. Sieg, mit dem er im März 2009 seinen kanadischen Landsmann Patrick Roy als erfolgreichster Torhüter der Liga-Historie überholte.

Ausgerechnet Roy, Idol seiner Jugend und Rivale während der ersten Profijahre.

Heimisch geworden in New Jersey

Bei Olympia 1998 in Nagano, als beide für das Team Kanada nominiert waren, bestand Roy darauf, alle Spiele zu bestreiten. Das nahm Ersatzmann Brodeur persönlich.

Auch deshalb war das verlorene NHL-Finale 2001 gegen die Colorado Avalanche mit Roy im gegnerischen Tor Brodeurs schlimmste Niederlage.

New Jersey zu verlassen, das kam für Brodeur nie infrage. Seit die Devils ihn 1990 an 20. Stelle im Draft zogen, spielt Brodeur in Rot-Schwarz-Weiß. In New Jersey fühlt sich der Kanadier zu Hause, die Fans lieben ihren "Marty".

Der 18. Juni 2009 wurde in Anerkennung all seiner Verdienste zum offiziellen "Martin Brodeur Tag" des Bundesstaates ernannt, vor zwei Jahren bekam der Torwart die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen.

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