Marcel Goc (r.) mit Panthers-Teamkollege Tomas Kopecky © getty

Sturm und Goc können im Division-Showdown alles klar machen - und Sulzer Schützenhilfe leisten. Die deutschen Playoff-Chancen.

Von Björn Seitner

München - Zwei Spiele vor dem Ende der Regular Season ist der Kampf um die NHL-Playoffs so spannend wie lange nicht mehr. Vor allem aus deutscher Sicht.

Während Dennis Seidenberg mit Meister Boston Bruins die Northeast Divison erneut gewinnen konnte und bereits für die Postseason qualifiziert ist, kämpfen sechs DEL-Cracks um Tickets für die K.o.-Runde:

Christian Ehrhoff, Jochen Hecht und Alexander Sulzer mit den Buffalo Sabres, Marcel Goc und Marco Sturm mit den Florida Panthers sowie Goalie Thomas Greiss mit den San Jose Sharks (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die größte Überraschung gelang dabei Sabres-Verteidiger Sulzer, der die Hoffnungen seines Team zuletzt mit den Saisontoren zwei und drei beim 6:5-Sieg nach Verlängerung gegen die Toronto Maple Leafs am Leben hielt (News).

SPORT1 blickt auf die Teams mit deutscher Beteiligung und erklärt ihre Playoff-Chancen:

Buffalo Sabres:

Buffalo liegt trotz des Krimi-Siegs gegen Toronto als einziges der drei Teams derzeit nicht auf einem Playoff-Rang: Die "Säbel" belegen Platz neun in der Eastern Conference - punktgleich mit den Washington Capitals (88 Zähler), die sie erst vor einer Woche mit 5:1 besiegen konnten.

Gerade in der entscheidenen Phase der Saison fallen bei den Sabres mit Ehrhoff und Tyler Myers aber zwei wichtige Verteidiger aus, Angreifer Jochen Hecht fehlt wegen seiner schweren Gehirnerschütterung bereits seit dem 21. Januar.

Während Myers nach einer Fußverletzung bald wieder einsatzfähig sein könnte, wird der Ehrhoff seine Schlittschuhe in der regulären Saison definitiv nicht mehr schnüren.

Negative Statistik ohne Ehrhoff

Mit dem deutschen Nationalverteidiger auf dem Eis konnte Buffalo 36 Siege bei 22 Niederlagen und acht Overtime-Pleiten einfahren, ohne ihn liegt das Team aus dem Bundesstaat New York nur bei einer Bilanz von 3-9-2.

"Wir wissen, wo wir stehen und es wird sehr hart. Unsere Defensivleistung ist langsam aufgebraucht", erklärte Coach Lindy Ruff bereits vor einigen Tagen.

Auch wegen der drei Scorer-Punkte von Sulzer konnten sich die Sabres gegen Toronto aber zwei wichtige Zähler erkämpfen. Sie nehmen so Schwung mit in die verbleibenden Partien gegen die Philadelphia Flyers, die noch um Rang vier kämpfen, und die Boston Bruins (Northeast-Division-Sieger).

Sabres-Gegner bereits durch

Während Buffalo, das eine negative Auswärtsbilanz aufweist, allerdings zweimal in fremden Hallen ran muss, haben die Capitals zumindest einmal (gegen die Florida Panthers) den Heimvorteil auf ihrer Seite, bevor es zu den New York Rangers, dem besten Team der Liga, geht.

Für die Sabres spricht jedoch, dass ihre Gegner bereits für die K.o.-Runde qualifiziert sind - auch wenn sich die Flyers noch verbessern können.

Florida Panthers:

Die Panthers (92) könnten mit einem Punktgewinn in Washington die Southeast Divison und somit den Playoff-Einzug klarmachen.

Beim 4:5 nach Overtime gegen die Winnipeg Jets hat Florida bereits einen Matchball vergeben - und die Statistik der vergangenen Partien spricht nicht gerade für das Team von Goc und Sturm.

Aus den vergangenen acht Spielen konnten die Panthers zwar sieben Punkte holen, verloren jedoch auch sieben Mal - zweimal davon nach Verlängerung, vier Mal brachte das Penaltyschießen die Entscheidung.

Selbstbewusstsein bei Clemmensen

Mit 18 Pleiten nach Overtime beziehungsweise Shootout hat Florida so oft wie kein anderes Team in der Zusatzschicht verloren.

Dennoch verleiht die gute Ausgangsposition den Panthers Selbstbewusstsein: "Wir hoffen nicht auf den Playoff-Einzug, wir warten nur darauf", ließ Goalie Scott Clemmensen verlauten, der bei seinem letzten Einsatz gegen die Detroit Red Wings 31 von 32 Schüssen parierte.

"Wir haben das Heft selbst in der Hand", erklärte auch Verteidiger Brian Campbell vor dem Showdown mit den Capitals.

San Jose Sharks:

Am heißesten geht es eindeutig in der Pacific Division zur Sache: Mit Greiss' Sharks (92), den Dallas Stars (89), den Los Angeles Kings (93) und den Phoenix Coyotes (93) haben noch vier Teams Chancen auf die Playoffs.

Die Sharks konnten aus den vergangenen elf Spielen sieben Siege holen, einmal nach Verlängerung, zweimal nach Penaltyschießen. Zuletzt gewann San Jose zweimal gegen Dallas, nun geht es noch zwei Mal gegen die Kings.

Greiss muss sich dabei hinten anstellen, der starke Finne Antti Niemi wird auch in Los Angeles im Tor stehen.

Fünf Teams, drei Plätze

Die Division und somit den Heimvorteil in der K.o.-Runde machen L.A., Phoenix und die Sharks unter sich aus. Doch Dallas und auch die Colorado Avalanche (88) können noch ins Rennen in der Western Conference eingreifen.

Eine endgültige Entscheidung wird erst der letzte Spieltag bringen. Nach den Kings haben die Coyotes, die in noch bei Central-Division-Gewinner St. Louis und den bereits ausgeschiedenen Minnesota Wild ranmüssen, die beste Ausgangsposition.

Aber auch die Sharks haben alles in eigener Hand.

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