Chandler Jones spielte am College für die Syracuse Orange © getty

New England holt sich 16. Spieltag erneut die AFC East und stößt Meister Baltimore vor den Abgrund. Die Eagles zerlegen Chicago.

Von Eric Böhm

München - Die New England Patriots haben ihrer Dominanz über die AFC East ein weiteres Kapitel hinzugefügt und gleichzeitig dem Meister einen empfindlichen Rückschlag verpasst.

Das Team des verletzten Deutschen Sebastian Vollmer bezwang am 16. Spieltag die Baltimore Ravens mit 41:7 (14:0, 3:0, 3:0, 21:7) und holte den zehnten Divisionstitel innerhalb von elf Jahren (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Auf seine Dynastie angesprochen, gab sich Superstar Tom Brady gewohnt bescheiden: "Die Titel sind alle besonders schön. Es ist nie leicht, eine NFL-Division zu gewinnen. Dieses Team hat hart dafür gekämpft."

Belichick will mehr

Nach einigen Abgängen und Verletzungsproblemen zu Saisonbeginn rauften sich die Patriots zusammen und gewannen sieben ihren vergangenen neun Partien.

Zum fünften Mal in Folge waren sie für Miami, die New York Jets und Buffalo zu stark. Mit einer Leistung wie gegen die Ravens, ist nun sogar noch mehr drin (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

"Es ist schön, die AFC East wieder zu gewinnen, hoffentlich können wir darauf aufbauen", sagte Head Coach Bill Belichick.

"Waren nie richtig da"

Mit einem abschließenden Sieg gegen Buffalo wäre ein freies Wildcard-Wochenende und Rang zwei in der AFC-Setzliste hinter den Denver Broncos garantiert.

Verausgaben musste sich New England diesmal nicht: Die schnelle 17:0-Führung zu Beginn des zweiten Viertels nahm Baltimore, das sie im AFC-Finale der vergangenen Saison eliminiert hatte, schnell alle Hoffnungen ( 824737 DIASHOW: Die Bilder des 16. Spieltages ).

"Wir waren nie richtig da. Es fällt schwer, diese bittere Pille zu schlucken. Es ist eine sehr frustrierende Niederlage", sagte Ravens-Safety James Ihedigbo.

Flacco patzt

Pats-Quarterback Brady musste nur Pässe für 172 Yards und einen Touchdown werfen, den Rest erledigten Running Back LeGarrette Blount (76 Yards, zwei Touchdowns) und die Verteidigung.

Sie trieb Super-Bowl-MVP Joe Flacco in drei Interceptions. "Er hat nicht gut gespielt", murmelte der niedergeschlagene Cheftrainer John Harbaugh nur.

Zwei Defensiv-Touchdowns innerhalb der letzten zwei Minuten durch Chandler Jones - nach einem Fumble - und Tavon Wilson machten aus einer verdienten Pleite für den Titelverteidiger ein Debakel.

Enges Wildcard-Rennen

Es war sogar die höchste Niederlage seit einem 0:37 gegen die Pittsburgh Steelers im Jahr 1997. Zudem endete auch noch Justin Tuckers Serie von 33 in Folge verwandelten Field Goals.

Die Ravens (8 Siege - 7 Niederlagen) liegen im Wildcard-Rennen der AFC vor dem letzten Spieltag gleichauf mit Miami und San Diego. Die Chargers schlugen Oakland mit 26:13 (3:0, 7:10, 10:0, 6:3).

Es muss für Baltimore in jedem Fall ein Sieg gegen den frischgekürten Divisions-Champ Cincinnati her. "Wir hätten dort sowieso gewinnen müssen", sagte Harbaugh, der erstmals in seiner Amtszeit die Playoffs verpassen könnte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 blickt auf eine weitere NFL-Partie des 16. Spieltages:

Philadelphia Eagles - Chicago Bears 54:11

Die Philadelphia Eagles schickten den Dallas Cowboys mit dem 54:11 (21:0, 3:3, 9:8, 21:0) über die Chicago Bears eine deutliche Botschaft.

Am letzten Spieltag geht es für Philly (9:6) beim alten Rivalen (8:7) um den Titel in der NFC East und das Playoff-Ticket.

"Wir sind aus Philadelphia, wir kämpfen immer weiter. Die Playoffs fangen dieses Jahr eine Woche früher an", sagte Eagles-Coach Chip Kelly.

Foles glänzt

Gegen die Bears lieferten Quarterback Nick Foles (21 von 25 für 230 Yards, 2 Touchdowns) und Running Back LeSean McCoy (133 Yards, 2 Touchdowns) überragende Leistungen ab.

Die Bears um den ineffizienten Quarterback Jay Cutler kassierten schon zum vierten Mal in dieser Saison mindestens 40 Punkte - in neun Saisons zuvor passierte das insgesamt nur dreimal. "Wir wussten um die Chance, aber wir haben es nicht hinbekommen", sagte Trainer Marc Trestman.

Doch auch Chicago (8:7) hat in einem Endspiel gegen Green Bay (7:7:1) noch die Chance, die NFC North siegreich zu beenden, dann muss jedoch eine deutliche Steigerung her.

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