Tony Romo (l.) spielt seit 2003 für die Dallas Cowboys © getty

Die Packers drehen am 15. Spieltag in Dallas ein verlorenes Spiel - weil Romo wieder sein Fluch erwischt. Cincinnati knickt ein.

Von Eric Böhm

München - Die Green Bay Packers haben sich am 15. Spieltag auch ohne ihren noch verletzten Star-Quarterback Aaron Rodgers furios im Playoff-Rennen der NFC zurückgemeldet.

Bei den Dallas Cowboys holten sie einen Rückstand von 23 Punkten auf und feierten einen extrem wichtigen 37:36 (3:13, 0:13, 14:3, 20:7)-Auswärtserfolg (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Ich musste schon alles aufbieten, um die Tränen zu verdrücken. Ich war einfach fertig und emotional. Das ist ein toller Sieg", sagte Packers-Coach Mike McCarthy.

Rodgers' Vertreter Matt Flynn (26 von 39 für 299 Yards) warf in der zweiten Hälfte vier Touchdown-Pässe. Den entscheidenden Fehler beging aber sein Gegenüber Tony Romo.

Zwei böse Fehlpässe

Dallas' Spielmacher warf knapp drei Minuten vor Schluss eine Interception und ermöglichte den Packers so den siegbringenden Angriffszug.

Der überragende Running Back Eddie Lacy (141 Yards) erreichte die Endzone und verschaffte Green Bay an der Stätte ihres Super-Bowl-Triumphes vor knapp drei Jahren den Sieg (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

Denn Romo warf kurz darauf eine weitere Interception. Vor allem der erste Fehlwurf tat weh. Mit einer Führung im Rücken war eigentlich ein Lauf angesagt, aber der Quarterback änderte den Spielzug.

"Ich wollte auf die Defense reagieren. Es ist mein Fehler. Ich habe den Ball schlecht platziert", gestand Romo im Anschluss.

Romo holt die Vergangenheit ein

Der nächste Tiefschlag passte nahtlos in die lange Reihe von epischen Zusammenbrüchen des Stars und seiner Cowboys ( 821876 DIASHOW: Die Bilder des 15. Spieltages ).

Von nun 29 Starts im Dezember konnte der 33-Jährige ganze elf gewinnen. Von dem vergeigten Snap im Playoff gegen Seattle 2006 bis hin zu den drei Interceptions im entscheidenden Divisionsduell gegen Washington 2012: Romo knackt immer wieder im wichtigsten Moment ein.

"Wir kontrollieren immer noch unser Schicksal, aber es fühlt sich wieder so an, als wäre uns alles entglitten", haderte Romo.

Bryant mit Eklat

Die Cowboys (7 Siege - 7 Niederlagen) haben tatsächlich den Divisionstitel in der NFC East weiter in der eigenen Hand, denn Konkurrent Philadelphia (8:6) verlor ebenfalls - beide Teams treffen am letzten Spieltag aufeinander (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Im Umfeld herrscht aber bereits jetzt die Angst vor einer weiteren vergeigten Playoff-Teilnahme in einem Endspiel. Die Nerven liegen blank.

Star-Receiver Dez Bryant stapfte frustriert schon kurz vor Spielende in die Kabine. Seine halbherzige Twitter-Entschuldigung wird ihm ein Nachspiel nicht ersparen.

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Garrett wackelt

Dabei hatte Dallas doch lange Zeit viel richtig gemacht und die verletzungsgebeutelten Packers dominiert. Bryant (153 Yards) lieferte eine Glanzleistung ab.

Für das Debakel nach der Pause muss sich aber auch Coach Jason Garrett rechtfertigen. Statt mit dem Laufspiel über DeMarco Murray (nur 18 Läufe für starke 134 Yards) die Uhr zu kontrollieren, lud er die Gäste mit zu viel Risiko ein. Auch sein Job hängt am seidenen Faden.

"Das ist eine der bittersten Niederlagen, die ich erlebt habe. Es ist eine Schande", sagte Eigentümer Jerry Jones.

Packers kämpfen

Die Packers (7:6:1) blieben dagegen in der NFC North an Chicago (8:6) und Detroit (7:6) dran. Rodgers soll am 16. Spieltag mit ausgeheiltem Schlüsselbein zurückkehren.

"Die meisten Teams hätten eingepackt und sich auf die nächste Saison konzentriert, aber wir geben nie auf", jubelte Cornerback Tramon Williams, der mit seiner Interception den Sack zumachte.

SPORT1 blickt auf weitere NFL-Spiele des 15. Spieltages:

Pittsburgh Steelers - Cincinnati Bengals 30:20

Die Pittsburgh Steelers (6:8) wahrten ihre theoretische Mini-Chance auf die Playoffs und schlugen die Cincinnati Bengals mit 30:20 (21:0, 6:7, 3:0, 0:13).

"Wir haben noch viel Kampfgeist in uns. Solange noch etwas möglich ist, geben wir nicht auf", betonte Safety Ryan Clark.

Die Gastgeber starteten furios in die Partie und führten nach dem ersten Viertel schon 21:0. Dies war der höchste Rückstand den die Bengals im ersten Viertel in ihrer Franchise-Geschichte haben hinnehmen müssen.

Chiefs lösen Ticket

Sowohl die Defense der Steelers als auch die Offense um Ben Roethlisberger (nur fünf seiner 25 Pässe kamen nicht an) überzeugten in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause kam Cincinnati (9:5) durch 2 Touchdown-Pässe von Quarterback Andy Dalton nochmal auf 20:30 heran, doch konnten sie die Steelers nicht mehr gefährden und verpassten die Chance, den Titel in der AFC North klarzumachen.

Die Kansas City Chiefs sicherten sich durch das 56:31 (21:3, 14:14, 14:14, 7:0) bei den Oakland Raiders derweil ihr Playoff-Ticket. Running Back Jamaal Charles markierte fünf Touchdowns.

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