Peyton Manning wurde in Indianapolis viermal zum NFL-MVP gewählt © getty

Die Colts-Fans feiern ihren Ex-Star, ehe Nachfolger Luck den Broncos die erste Niederlage beschert. Kansas City bleibt perfekt.

Von Eric Böhm

München/Indianapolis - So hatte sich Peyton Manning seine Rückkehr nach Indianapolis nicht vorgestellt.

Mit den Denver Broncos musste der Superstar gegen sein langjähriges Team beim 33:39 (7:10, 7:16, 3:7, 16:6) am 7. Spieltag die erste Saisonniederlage hinnehmen. (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

"Ich hoffe, wir bekommen noch einmal eine Chance gegen diese Jungs. Dann wird es auch für mich leichter. Denn das war heute zweifellos emotional sehr aufwühlend", sagte Manning und spekulierte auf ein Wiedersehen in den Playoffs.

Luck deutlich stärker

Es war bei weitem keine ähnlich glanzvolle Vorstellung des 37-Jährigen, wie sie Brett Favre 2009 bei seiner Rückkehr nach Green Bay hingelegt hatte.

Schlimmer noch: Colts-Quarterback Andrew Luck stellte den Altmeister mit einer blitzsauberen Vorstellung über weite Strecken in den Schatten. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

Mannings Nachfolger brachte Pässe für 228 Yards sowie drei Touchdowns an den Mann und lief auch einmal in die Endzone. Zwischenzeitlich führte "Indy" bereits 36:17.

Mathis macht Druck

Manning (29 von 49 für 386 Yards) stand dagegen oftmals unter heftigem Druck. Viermal wurde er gesackt, einer durch Robert Mathis führte in der Endzone sogar zu einem Safety.

"Das hat sich gut angefühlt. Genau das ist mein Job. So helfe ich dem Team", betonte Mathis. Auch ohne den verletzten Berliner Björn Werner (Sehnenriss in der Fußsohle) überzeugte die Colts-Abwehr mit aggressiver Spielweise.

So viele Probleme hatte Denvers rekordverdächtigem Angriff keiner der ersten sechs Gegner bereitet. (794303DIASHOW: Die Bilder des 7. Spieltages)

Zwei Ballverluste rächen sich

Erst im letzten Viertel mit einem seiner drei Touchdown-Pässe kam Manning doch noch richtig in Schwung.

Running Back Knowshon Moreno verkürzte sogar auf 30:36, ehe der viermalige MVP eine Interception vor der eigenen Endzone warf, die zum 30:39 führte.

Ronnie Hillmann vergab mit einem Fumble drei Minuten vor Schluss die letzte Comeback-Chance.

"Da hätten wir auf zwei Punkte rankommen können. Das hätte ich gern gesehen. Wir hatten vier Ballverluste und hätten trotzdem gewinnen können. Wir waren aber heute nicht so gut drauf", bilanzierte Manning

Highlight-Video von Manning

Vor der Partie hatten die Fans ihn für seine 14 Jahre in ihrem Trikot mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert.

Ein Video mit legendären Colts-Momenten zwischen 1998 und 2011 - gekrönt vom Super Bowl - und eine Choreografie aus seinen alten und neuen Teamfarben verwischten den Eindruck der unglücklichen Aussagen von Colts-Eigner Jim Irsay vor dem Spiel.

Dieser hatte sich über die Manning-Jahre beklagt, weil "nur ein Super Bowl" rausgesprungen war. Manning zeigte gewohnte Klasse und ging darauf nicht ein. Er bedankte sich beim Publikum.

Am Ende hatte Indy mit dem fünften Saisonerfolg aber das bessere Ende für sich. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

SPORT1 blickt auf weitere Partien des 7. Spieltages der NFL:

Kansas City Chiefs - Houston Texans 17:16

Die Kansas City Chiefs sind das letzte verbliebene ungeschlagene Team der NFL. Sie schlugen in ihrem siebten Spiel die Houston Texans mit 17:16 (7:3, 7:7, 3:6, 0:0).

"Es liegt am Selbstvertrauen. Wir glauben an unseren Plan und an einander. Das kann dich weit bringen", meinte Linebacker Tamba Hali.

Quarterback Alex Smith und Runner Jamaal Charles gelangen Touchdown-Läufe, aber die Verteidigung war entscheidend.

Bittere Ausfälle

Kurz vor dem Ende schlugen Hali Houstons neuem Quarterback Case Keenum - er vertrat den verletzten Matt Schaub - den Ball aus den Händen und machte den besten Start seit 2003 perfekt.

Texans-Star Arian Foster musste bereits im ersten Viertel wegen einer Oberschenkelverletzung passen. Linebacker Brian Cushing fällt nach einer Knieverletzung wohl für den Rest der Saison aus.

"Wir haben jetzt fünf Niederlagen in Folge, dazu die Verletzten: das ist einfach niederschmetternd", sagte Coach Gary Kubiak.

Pittsburgh Steelers - Baltimore Ravens 19:16

Die Pittsburgh Steelers haben ihre Playoff-Hoffnungen noch nicht aufgegeben.

Nach vier Niederlagen zum Start gelang mit dem 19:16 (7:3, 3:3, 3:0, 6:10) über die Baltimore Ravens der zweite Sieg in Folge.

Kicker Shaun Suisham - noch kein Fehlschuss 2013 - brachte dem Titelverteidiger mit seinem Field Goal in letzter Sekunde die vierte Schlappe bei.

"Wir zählen darauf, dass er diese Dinger immer versenkt", jubelte Quarterback Ben Roethlisberger, der nur sechs Pässe nicht anbrachte.

Flacco gibt nicht auf

Die Ravens liefen der Musik im gesamten Spiel hinterher und konnten deshalb das Laufspiel um Ray Rice nie richtig etablieren. Zwei Minuten vor Schluss glich Joe Flacco mit seinem Pass auf den "ewigen" Dallas Clark aus.

Ein großartiger Return von Emamanuel Sanders und Roethlisbergers eiskalte Pässe gaben Suisham aber die finale Chance. "Ich glaube trotzdem an uns. Es sind noch viele Spiele", sagte Flacco.

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