Peyton Manning warf in dieser Saison Pässe für 2179 Yards Raumgewinn © getty

Peyton Manning prägte bei den Colts eine Ära. Sein 115. Auftritt in Indiana wird emotionale Rückkehr und Abschied zugleich.

Von Martin Jahns

München/Indianapolis - 114 Spiele, 82 Siege. Das ist die Bilanz von Star-Quarterback Peyton Manning in Indianapolis. Sein 115. Spiel beim kommenden Sunday Night Game wird nun Rückkehr und Abschied zugleich.

Im März 2012 endete mit der Entlassung Mannings eine Ära. Eine Stadt, in der American Football bis zu Mannings Mannings Ankunft hinter Basketball klar abgeschlagene Nummer zwei war, versetzte der Star-Quarterback durch seine 14 Jahre bei den Colts in einen wahren Football-Wahn (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Durch ihn stieg das Team aus der Bedeutungslosigkeit zu einem echten Titelaspiranten auf: Mit dem 1,96-Meter-Mann gelangen acht Division-Championships, elf Playoff-Teilnahmen - und schließlich die Krönung mit dem Super-Bowl-Sieg 2006 nach einer Durstrecke von 36 Jahren.

Verdienste für Team und Region

Der ältere der beiden Manning-Brüder warf Indianapolis mit seinen Touchdown-Pässen zurück auf die Football-Landkarte. Beim Sieg 2006 war er MVP, elf Mal während seiner Zeit in Indianapolis in der Pro-Bowl-Auswahl.

Ob die Colts heute auch ohne Manning im 2008 erbauten Lucas Oil Stadium oder überhaupt noch in Indianapolis spielen würden ist zumindest fraglich.

Doch trotz aller gemeinsamen Erfolge und seiner vielfältigem Engagement für soziale Projekte der Region nahm das Kapitel Manning in Indiana ein unrühmliches Ende.

Nachdem er im Sommer 2011 noch einen Fünfjahresvertrag über 90 Millionen Dollar unterzeichnete, kostete ihn eine Operation an der Halswirbelsäule die Saison.

Zeremonie geplant

Am 7. März 2012 schließlich zog Klub-Besitzer Jim Irsay die Reißleine und entließ seinen Franchise-Player, wohl auch, weil sonst eine weitere Prämienzahlung in Höhe von 28 Millionen Dollar für Manning fällig gewesen wäre.

Eine würdige Verabschiedung für den Geschassten gab es nicht. Diese Gelegenheit haben die Fans nun, wenn der verlorene Sohn im Jersey der Denver Broncos erstmals zurückkehrt (794303DIASHOW: Die Bilder des 7. Spieltages).

Sein Ex-Team plant eine Zeremonie ihm zu Ehren vor dem Kick-Off.

Keine Wut auf Irsay

Auch Manning hält die Colts weiter im Herzen: "Ich spiele nicht mehr dort, aber ich halte weiterhin Kontakt. Ich genieße es immer wieder, wenn ich jemanden aus Indiana in einem Hotel oder ein Colts-Jersey mit der 18 beim Training sehe."

Trotz seines unwürdigen Abgangs hege er zudem keinen Groll gegen Irsay.

"Ich habe gelernt, dass man seinen Frieden mit Entscheidungen anderer machen muss, die dich betreffen, die du aber nicht beeinflussen kannst", zeigte sich Manning versöhnlich.

Broncos in Topform

Ohnehin dürfte der 37-Jährige angesichts der bislang erfolgreichen Saison gutgelaunt in die alte Heimat zurückkehren (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

Alle sechs Spiele gewannen die Broncos. Mannings 22 Touchdown-Pässen stehen nur zwei Interceptions gegenüber.

Kein NFL-Team hatte nach sechs Spielen jemals so viele Punkte gesammelt wie Denver (265) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Zudem steht am Sonntag erstmals nach seiner Sperre Linebacker Von Miller wieder zur Verfügung, der der bislang anfälligen Passing-Defense mehr Stabilität verleihen sollte.

Keine Gnade von Mathis

Gegen die Colts bekommt es Manning nun mit seinem alten Teamkollegen Robert Mathis zu tun, doch der verspricht keine Sentimentalitäten, sondern harte Hits: "Er ist ein Quarterback, also ist das mein Job und mein Ziel."

Manning-Nachfolger Andrew Luck haderte derweil mit der 9:19-Niederlage am vergangenen Montag gegen San Diego. "Wir waren bei den Third Downs richtig schlecht", resümierte er, nachdem sein Team lediglich 2 von 10 dritte Versuche verwerten konnte.

Am Sonntag bekommt Luck gegen die schlechteste Passing-Defense der Liga nun die Chance zur Wiedergutmachung - und die, den großen Peyton Manning ausgerechnet bei dessen emotionaler Rückkehr vergessen zu machen.

Eagles vor Negativrekord

Bereits zuvor empfangen die Philadelphia Eagles die Dallas Cowboys. Den Eagles droht dabei die neunte Heimniederlage in Serie und damit ein historischer Franchise-Negativrekord. SPORT1 US überträgt die Partie ab 19 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM.

Anschließend ab 22.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM treffen die Kansas City Chiefs auf die Houston Texans und können dabei ihre grandiose Bilanz von sechs Siegen aus Spielen weiter ausbauen.

Weiterlesen