Tom Brady (l.) erreichte mit den Patriots bereits fünf Super Bowls © getty

Als viele Fans gehen, startet der Pats-Star ein Comeback und bringt New Orleans die erste Pleite bei. Dallas schlägt den Rivalen.

Von Eric Böhm

München/Foxboro - Die New England Patriots haben den Thriller des 6. Spieltages für sich entschieden.

Das Team des deutschen Offensive Tackles Sebastian Vollmer schlug die bis dahin unbesiegten New Orleans Saints mit 30:27 (3:7, 14:0, 3:10, 10:10).

Held des Tages war einmal mehr Quarterback Tom Brady, der fünf Sekunden vor Schluss den entscheidenden Touchdown auf Rookie Kenbrell Thompkins warf. (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

"Alle Receiver sollten in die Endzone laufen, Thompkins schlich sich ein bisschen in die Ecke und gab mir eine Chance. Ein großartiger Catch und ein großartiges Spiel", jubelte Brady.

Zuschauer geben auf

Zuvor waren die Saints mit zehn Punkten innerhalb von 65 Sekunden mit 27:23 in Führung gegangen und hatten gute zwei Minuten vor Schluss einen von Bradys Pässen abgefangen.

Daraufhin verließ ein Großteil der Patriots-Fans desillusioniert das Stadion, aber die Verteidigung hielt und ermöglichte ihrem Superstar eine letzte Chance. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

"Coach Bill hat schon vor dem Spiel gesagt, dass es auf die letzten Sekunden ankommen könnte. Wir mussten unserem Plan vertrauen und bis zum Schluss kämpfen", bedankte sich Thompkins bei Cheftrainer Bill Belichick.

Bradys Vertrauen wird belohnt

Innerhalb von 73 Sekunden führte Brady (269 Yards) seine "Pats" wie in alten Zeiten über das Feld, vollendete das Comeback mit seinem einzigen Touchdown und rehabilitierte sich für die schwache Leistung bei der ersten Saisonpleite eine Woche zuvor in Cincinnati. (790299DIASHOW: Die Bilder des 6. Spieltages)

Trotz nun schon fünf Erfolgen hatte die Offensiv-Maschinerie bisher erheblich gestockt, weil New England seine fünf besten Passfänger der vorigen Saison ersetzen musste - Rekonvaleszent Rob Gronkowski konnte auch diesmal noch nicht auflaufen.

Brady hatte sich dennoch immer vor seine jungen Passfänger gestellt und wird allmählich für sein "großes Vertrauen" belohnt.

Payton lobt Pats-Abwehr

In Verbindung mit der seit Wochen bärenstarken Verteidigung reifen die Patriots wieder zu einem ernsthaften Super-Bowl-Kandidaten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Auch New Orleans konnte sein gefährliches Passspiel gegen die Cornerbacks Aqib Talib und Kyle Arrington lange Zeit nicht wie gewohnt aufziehen.

"Sie machen eine Sache sehr gut. An der Line of Scrimmage agieren sie körperlich und zerstören den Rhythmus der Passfänger und damit des gesamten Spielzuges", analysierte Saints-Coach Sean Payton.

Graham abgemeldet

Spielmacher Drew Brees (236 Yards, 2 Touchdowns) brachte nur 17 von 36 Würfen an den Mann und leistete sich nach der frühen 7:3-Führung durch Receiver Travaris Cadet eine Interception.

Tight End Jimmy Graham fing nicht einen Ball - erstmals seit 46 Partien und seiner Rookie-Saison. Bis zu diesem Spiel hatte er die NFL mit den meisten gefangenen Yards angeführt.

Running Back Stevan Ridley sorgte mit zwei Touchdowns für New Englands klaren 17:7-Halbzeitvorsprung.

Vollmer und Co. nicht immer auf der Höhe

In der zweiten Hälfte lief bei Bradys Angriff aber lange Zeit nicht viel zusammen. Auch weil seine Bodyguards um Vollmer ihn nicht immer abschirmten und insgesamt fünf Sacks zuließen.

Die Saints kamen zurück und sahen nach ihrem späten Doppelschlag wie der sichere Sieger aus - ehe der 36-jährige Brady seine Magie in den wichtigen Momenten wiederentdeckte.

"Das ist schwer zu schlucken, weil wir es eigentlich hätten packen müssen", ärgerte sich Brees.

SPORT1 blickt auf weitere Partien des 6. Spieltages der NFL:

Dallas Cowboys - Washington Redskins 31:16

Die Dallas Cowboys bezwangen im 107. Duell Erzrivale Washington Redskins 31:16 (7:3, 7:3, 7:10, 10:0) und setzten sich dank des dritten Saisonsieges gleichauf mit Philadelphia an die Spitze der NFC East.

Return-Spezialist Dwayne Harris war durch seine 222 Yards und einen Touchdown der entscheidende Mann. Immer wieder verschaffte er Dallas gute Ausgangspositionen.

"Dwayne hat das großartig gemacht. Wir saßen draußen und haben ihn die ganze Arbeit machen lassen und hatten nicht mehr viel zu tun", lobte Quarterback Tony Romo (170 Yards, 1 Touchdown.

Skins zu sorglos

Die Redskins kamen zwar im dritten Viertel auf 16:21 heran, die Aufholjagd endete jedoch mit einem Ballverlust von Quarterback Robert Griffin III, der von seiner Offensive Line oft im Stich gelassen wurde.

Erstmals in dieser Saison agierte der Rookie des Jahres 2012 nach seinem Kreuzbandriss im Januar wieder als dynamischer Läufer mit 77 Yards.

Sein Team konnte aber seine Scoring-Möglichkeiten - trotz großer Yards-Überlegenheit (433:213) - nicht nutzen und droht nach der vierten Niederlage, den Anschluss zu verlieren.

San Francisco 49ers - Arizona Cardinals 32:20

Langsam aber sicher kommen die San Francisco 49ers in Schwung. Nach dem enttäuschenden Start gelang nun durch das 32:20 über die Arizona Cardinals der vierte Erfolg.

Neben der verbesserten Abwehr war Tight End Vernon Davis der Matchwinner. Ein spektakulärer Fang über die Schulter war nur eines der vielen Highlights. Insagesamt verbuchte er 180 Yards und zwei Touchdowns.

"Es war einfach einer dieser Tage, wenn du 'in the zone' bist. Das war wundervoll", schwärmte Davis.

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