Drew Brees (Quarterback, New Orleans Saints): Der 35-Jährige Oldie geht in der neuen aufstrebenden Quarterback-Generation etwas unter, aber Brees hat es immer noch drauf. 2013 gelingen Brees 5162 Yards und 39 Touchdowns. Damit ist der Super-Bowl-Champion der Saison 2009/10 zweitbester Quarterback hinter Denvers Manning
Drew Brees wurde bereits siebenmal für den Pro Bowl nominiert © getty

Die Saints gewinnen dank des entfesselten Quarterbacks gegen die überforderten Dolphins ihr neuntes Monday Night Game in Folge.

Von Eric Böhm

München/New Orleans - Die Spezialisten haben wieder zugeschlagen.

Die New Orleans Saints schlugen zum Abschluss des 4. Spieltages die bisher überraschend starken Miami Dolphins mit 38:17 (7:3, 14:7, 14:0, 3:7) und gewannen ihr neuntes Monday Night Game in Folge. (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Vor allem Montagsspezialist Drew Brees lieferte eine herausragende Vorstellung ab. Der Quarterback brachte 30 seiner 39 Pässe für 413 Yards und vier Touchdowns an den Mann.

"Das fühlt sich natürlich viel besser an. In der letzten Saison ging alles schief, jetzt hat sich alles umgedreht. Wir spielen richtig gut", sagte "Breesus" im Anschluss.

"Bounty-Gate" abgehakt

Das war vor einem Jahr noch ganz anders. Die Hoffnungen auf den Heim-Super-Bowl machten Coach Sean Paytons Sperre wegen "Bounty-Gate" und der folgende 0:4-Start zunichte.

Mit Paytons Rückkehr auf die Kommandobrücke präsentieren sich die Saints stärker denn. Denn neben Brees' Offensiv-Maschinerie trumpft plötzlich auch die Abwehr auf. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

Das bekam nun mit den Dolphins das Überraschungsteam der noch jungen Saison zu spüren, das ob seiner Jugend phasenweise überfordert war.

Lob von Graham

Gleich mit ihrer ersten Angriffsserie gingen die Gastgeber durch Running Back Darren Sproles in Führung. Kurz zuvor hatte Brees einen weiteren Meilenstein erreicht.

Als erst siebter Quarterback der NFL-Geschichte durchbrach er die Marke von 47.000 Passyards und verdrängte den legendären Fran Tarkenton von Rang sechs der ewigen Bestenliste. (783070DIASHOW: Die Bilder des 4. Spieltages)

"Dieses Team ist so dynamisch. Wir haben so viele Waffen, und Drew weiß genau, wie er uns einsetzen muss", lobte Tight End Jimmy Graham, der mit seinem ersten Touchdown auf 14:3 erhöhte.

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Tannehill mit vier Ballverlusten

Bis zum Pausenstand von 10:21 hielten sich die Dolphins noch recht ordentlich, obwohl vor allem der junge Spielmacher Ryan Tannehill nicht auf den Ball aufpasste.

Ein Fumble und eine seiner insgesamt drei Interceptions führten zu Touchdowns. Im dritten Viertel sorgten die Tight Ends Graham und Ben Watson für die frühe Vorentscheidung.

"Die Ballverluste waren entscheidend. Wir lagen an einem Punkt 10:14 hinten und hatten den Ball. Danach viel alles in sich zusammen", bilanzierte Miamis Cheftrainer Joe Philbin.

Großes Kino von Brees

Der Rest des Abends gehörte Publikumsliebling Brees, der einmal mehr eine denkwürdige Monday-Night-Show ablieferte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Sein 10. 400-Yard-Spiel im Saints-Trikot weckte Erinnerungen an 2011. Damals brach er den 27 Jahre alten Rekord der Dolphins-Legende Dan Marion für Passyards in einer Saison.

"Wir haben einen guten Rhythmus gefunden. Bei jedem Ballbesitz hatte ich das Gefühl, wir würden über das Feld marschieren und punkten", erklärte Brees.

Galette verspottet Dolphins

Mit nun 4146 vollständigen Pässen schob sich der 34-Jährige zudem vorbei an John Elway auf Rang vier der Ligahistorie. Nur Brett Favre, Dan Marino und Peyton Manning liegen noch vor ihm.

Während Miami sich eingestehen musste, dass trotz dreier Siege zum Start noch viel bis zur NFL-Spitze fehlt, positionierte sich New Orleans als Titelanwärter.

Neben der ausgezeichneten Passverteidigung werden auch die Quarterback-Jäger um Cameron Jordan immer stärker. Vier Sacks musste Tannehill erdulden.

"Dieses Team war bei weitem nicht so gut, wie jeder behauptet hat. Wir haben ihre Offensive Line auseinandergenommen", tönte Linebacker Junior Galette. Leichter wird es für die Dolphins nicht, am nächsten Spieltag wartet Titelverteidiger Baltimore.

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