Kevin Herron besuchte die Oakland Raiders im Trainingslager © SPORT1

Raiders-Coach Kevin Herron schildert für SPORT1 seine NFL-Einblicke. Er erläutert Cribbs' Ende und die Bekanntheit der Tiroler.

Liebe NFL-Fans,

jede Reise geht einmal zu Ende. So auch mein Besuch bei den Oakland Raiders in der NFL. Die letzten Tage in Oakland waren nochmal der Hammer.

Alles begann mit einer Tour über das Gelände des Teams in Alameda. Da arbeiten bestimmt 80 Leute. Und dann sind auch noch die Büros der Coaches, Fitnessräume, Meetingräume, Umkleiden, Equipment-Räume, eine Cafeteria und drei Trainingsplätze dabei. Davon kann unsereins nur träumen. (Die NFL-Saison, ab 5. September LIVE im TV auf SPORT1 US).

Nach dieser Tour folgte die nächste - nämlich nach San Francisco. Wir wollten unseren freien Nachmittag nutzen, um mal etwas Neues zu sehen.

Viel Zeit zum Sightseeing blieb jedoch nicht, denn Shoppinglisten wollten abgearbeitet werden, und am Abend haben wir uns noch ein Baseballspiel der Giants angesehen. Tolles Stadion direkt an der Bucht. Tolle Stimmung - trotz Niederlage. Da konnte ich aber noch nicht ahnen, dass sich diese Tatsache am folgenden Abend wiederholen würde.

Denn auch die Raiders spielten vor einer beeindruckenden Kulisse (und das bei einem Preseason-Spiel), mussten sich aber dennoch den Chicago Bears geschlagen geben.

Für mich war es das erste Mal, dass ich bei einem NFL-Spiel an der Seitenlinie direkt dabei sein durfte. So hautnah an der Action bekam man die Schnelligkeit und die Kraft der Spieler noch besser mit. Das war wirklich beeindruckend.

Die Raiders haben leider in der Partie viele kleine Fehler gemacht. Vor allem in der ersten Spielhälfte lief nicht viel zusammen. Das wird die Coaches sehr frustriert haben. Denn sie hatten ja die ganze Zeit im Camp so viel Wert auf Fehlervermeidung gelegt. (DATENCENTER: Der NFL-Spieplan).

Die kleinen Dinge sollten richtig gemacht werden. Und das wurde im Spiel lange Zeit nicht umgesetzt. Aber ich kenne das aus meiner Trainerlaufbahn auch. Man predigt und predigt und dann gibt es trotzdem solche Tage, an denen alles schiefgeht.

Krass fand ich auch, dass man bei diesem Spiel einen direkten Einblick auf das knallharte Geschäft NFL bekommen hat. Die Raiders hatten ja mit Josh Cribbs einen der besten Kickoff- und Punt-Returner der Liga-Geschichte verpflichtet.

Doch weder im Training noch im Spiel konnte er überzeugen. Dann durfte einmal der lange Zeit verletzte Jacoby Ford ran und legte gleich einen Monster-Return hin. Da haben wir schon gemutmaßt, dass das ein bitteres Ende für Cribbs nehmen könnte.

Und tatsächlich haben die Raiders ihn anschließend entlassen. Das ist halt doch ein Business hier. Was du gestern gezeigt hast, mag heute nicht mehr gut genug sein.

Alles in allem war es ein super Erlebnis für mich. Die Raiders waren sehr gute Gastgeber.

Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ich war erfreut zu sehen, wie viele Menschen hier wussten, wer die SWARCO Raiders sind. Daran konnte ich erkennen, dass es eine echte Partnerschaft ist.

Denn offensichtlich hinterlässt die Zusammenarbeit auf beiden Seiten Spuren.

Ich wünsche dem Team und den Fans das Beste für die Saison. Sie haben es sich verdient. Danke auch an Euch, dass Ihr meine Kolumne gelesen habt. Viel Spaß bei der kommenden NFL-Saison.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kevin

Kevin Herron ist seit 2011 der Linebackers Coach der SWARCO Raiders Tirol. Gleich in seiner ersten Saison feierte er das "Double" mit dem Gewinn des Eurobowls und des Austrian Bowls. 2012 und 2013 folgten drei weitere Finalteilnahmen mit den Tirolern. Der 33-Jährige, der die deutsche und amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, coachte zuvor viele Jahre in seiner bayrischen Heimat - unter anderem für die Munich Cowboys und die Plattling Black Hawks.

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