Receiver Jordy Nelson (l.) lobt die neue Verteidigung seiner Green Bay Packers © getty

Mitfavorit Green Bay sucht Gegengewichte zu 110-Millionen-Mann Rodgers. Nelson setzt bei SPORT1 auch auf die Super-Rookies.

Von Eric Böhm

München - Vor zwei Jahren wurden sie schon als neue NFL-Dynastie gefeiert: Doch zwei bittere Playoff-Pleiten haben die Green Bay Packers auf den Boden zurückgeholt.

Trotz 26 Siegen in der regulären Saison seit dem Gewinn des Super Bowls XLV präsentierte sich die Abwehr oftmals löchriger als der einheimische Wisconsin-Käse.

Gegen die späteren NFC-Meister New York Giants und San Francisco 49ers konnte selbst die explosive Power-Offensive um Quarterback Aaron Rodgers die Patzer nicht ausgleichen.

"In dieser Liga geht es um die Balance. Wir haben gute Verteidiger. Sie haben hart gearbeitet und sind eine ganz neue Einheit. Wir müssen sie speziell am Ende besser unterstützen und den Ball kontrollieren", sagt Receiver Jordy Nelson bei SPORT1. (Die NFL-Saison, ab 5. September LIVE im TV auf SPORT1 US)

Fehlendes Laufspiel macht ausrechenbar

Eine der wichtigsten Anlaufstellen von Rodgers spielt damit auch auf das unter Head Coach Mike McCarthy fast schon traditionell fehlende Laufspiel an.

Zuletzt verließ sich Green Bay immer auf den Arm des frischgebackenen 110-Millionen-Dollar-Mannes Rodgers, der mit seinen unzähligen Receivern für ein Feuerwerk sorgte.

In der so ausgeglichenen NFL ist aber nichts schlimmer, als ausrechenbar zu sein. Zudem gibt es im Receiver-Stall einige Probleme.

Rodgers immer im Fokus

Topmann Greg Jennings wechselte zum Divisionsrivalen nach Minnesota und trat wegen eines angeblichen Rodgers-Kults empfindlich nach.

Nur der Spielmacher würde in Green Bay für die Erfolge gefeiert, bei Niederlagen wären die anderen schuld. "Das hat mich und das Team überrascht. Wir kamen immer gut aus. Es wird auf dem Feld eine Antwort geben", reagiert Nelson.

Eigentlich wäre der 28-Jährige nun als unumstrittene Nummer eins vorgesehen, wurde aber zum Start der Vorbereitung am Knie operiert. "Das hat mich schon in der vergangenen Saison behindert. Die Preseason ist gelaufen, aber ich hoffe auf den 1. Spieltag", erklärt Nelson.

Rookies machen auf sich aufmerksam

Womit wieder der Lauf ins Spiel kommt: Rodgers wurde 2012 insgesamt 51 Mal gesackt. Kein Spielmacher musste öfter hinter der eigenen Offensive Line zu Boden.

Von einem besseren Laufangriff würde nicht zuletzt der wohl beste Quarterback der NFL profitieren. Seit 43 Partien gab es keinen Running Back mit einer 100-Yard-Partie mehr - längste Serie der Liga.

Das sollen zwei laut Nelson "Super-Rookies" ändern. Die Draft-Picks Eddie Lacy und Jonathan Franklin machen in der Vorbereitung deutlich auf sich aufmerksam.

"Die Jungs brennen auf den 49ers-Angriff"

Das größte Fragezeichen bei einem der Favoriten auf den Super Bowl bleibt jedoch die Defensive. Vor allem mobile Spielmacher stellten Linebacker Clay Matthews und Co. vor große Probleme.

Beim Playoff-Aus im Januar kamen die 49ers um Colin Kaepernick auf 45 Punkte und fast 600 Yards Raumgewinn. Am ersten Spieltag gibt es ein Wiedersehen. Danach wartet in Robert Griffin III (Washington Redskins) ein nicht minder gefährlicher Spielmacher.

"Die Jungs brennen schon auf den 49ers-Angriff. Ich glaube, das könnte eine Initialzündung für unsere Saison werden", meint Nelson.

Packers mit Verletzungspech

Zum Problem könnten einmal mehr die Verletzungsprobleme werden. Seit einigen Jahren erwischt es Green Bay regelmäßig besonders bitter.

Aktuell liegen neben Nelson noch die beiden Top-Cornerbacks Tramon Williams und Casey Hayward auf Eis. Der beste Offensive Lineman Bryan Bulaga fällt nach Kreuzbandriss aus.

"Das liegt nicht am Training oder unserer Arbeit. Das ist einfach Pech. Im Super-Bowl-Jahr haben wir das zu einer Stärke gemacht. Andere Jungs sind eingesprungen. Wenn das auch in diesem Jahr gelingt, mischen wir ganz vorn mit", verspricht Nelson.

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