Peyton Manning soll Denver zum Super Bowl 2014 führen © getty

Die Denver Broncos gelten dank exzellenter Offense als Topfavorit. Doch der Druck ist groß, Manning und Co. läuft die Zeit weg.

Von Christian Stüwe

München - Eine Interception von Peyton Manning beendete im Januar die Super-Bowl-Träume der Denver Broncos.

Der Wurf des Quarterbacks landete in den Armen von Baltimores Cornerback Corey Graham.

Die Ravens drehten in der zweiten Overtime das Spiel, die Broncos mussten eine unnötige Niederlage verdauen. Zu allem Überfluss gewannen die Ravens später dann auch noch den den Super Bowl.

Nun treffen die Broncos im NFL-Eröffnungsspiel der neuen Saison wieder auf Baltimore und wollen sofort klarstellen, über wen der Titel in dieser Spielzeit vergeben wird. (Die NFL-Saison, ab 5. September LIVE im TV auf SPORT1 US)

Das bittere Aus in den Playoffs ist abgehakt, die Broncos werden von den Experten als Favorit gehandelt - die Vince-Lombardi-Trophy soll mit aller Macht nach Colorado geholt werden.

Erinnerungen an 1996

John Elway, Vizepräsident der Broncos, erinnert die Situation an 1996. Damals spielte Denver ebenfalls eine überragende Saison, ging mit einer Bilanz von 13:3 in die Playoffs, scheiterte dort aber überraschend an Jacksonville.

Doch die Broncos kehrten stärker zurück und gewannen 1997 und 98 den Super Bowl. Der Quarterback damals: John Elway.

"Ich bete dafür, dass uns das in den nächsten zwei, drei, vier Jahren wieder gelingt", sagte Elway nun: "Wir wollen über die Enttäuschung hinweg kommen, den Super Bowl erreichen und dann in der Lage sein, ihn auch zu gewinnen."

Zweite Saison für Manning

Für 95 Millionen Dollar holten die Broncos vor der vergangenen Saison Manning in die Mile-High-City, um sich diesen Traum zu erfüllen.

Der zuvor verletzungsgebeutelte Quarterback spielte bis zu seiner Interception gegen die Ravens eine starke Saison, scheiterte aber einmal mehr in den Playoffs. Nun zeigt der Spross der berühmten Quarterback-Familie in der Preseason schon wieder eine beachtliche Frühform.

"So lange ich Spaß habe und effektiv spiele, mache ich weiter", sagte Mannig, dessen Vertrag bis 2017 läuft.

Ob der Mann, der 2007 mit den Indianapolis Colts den Super Bowl gewann, wirklich noch so lange spielen wird, ist wegen seines Alters von 37 Jahren allerdings fraglich.

Verträge laufen aus

Aber nicht nur wegen Mannings fortgeschrittenem Sportleralter gerät Denver mehr und mehr unter Zeitdruck. (DATENCENTER: Der NFL-Spieplan)

Insgesamt 22 Spieler der Broncos, darunter etliche Leistungsträger, werden bis 2015 Free Agents. Längst nicht alle werden bleiben.

Die Planungen der "Wildpferde" sind von daher voll und ganz auf die nächsten beiden Spielzeiten ausgelegt, in denen der Titel unbedingt gewonnen werden soll.

Welker gibt Manning noch mehr Möglichkeiten

Auch deshalb wurde mit Wes Welker von den New England Patriots noch eine weitere exzellente Anspielstation für Manning verpflichtet.

Mit den drei Wide Receivern Welker, Demaryius Thomas, Eric Decker und Tight End Julius Thomas stehen dem Spielmacher-Veteran nun vier hervorragende Anspielstationen zur Verfügung.

"Ich muss einräumen, dass ich ein bisschen neidisch auf Peyton bin", sagte Elway, im Geiste noch ganz Quarterback.

Fokus liegt auf Passspiel

Die Broncos werden dementsprechend auf Passspiel setzen, das ist kein Geheimnis.

Der 31 Jahre alte Running Back Willis McGahee wurde aus seinem Vertrag entlassen, für das Laufspiel wird in erster Linie der fast zehn Jahre jüngere Montee Ball zuständig sein.

Trotz dessen Unerfahrenheit muss man sich um die Offensive der Broncos wohl keine Gedanken machen.

Probleme in der Defense

Etwas mehr Fragen wirft die Defense auf. Cornerback-Routinier Champ Bailey (Knöchel) verletzte sich in der Preseason genauso wie Defensive End Derek Wolfe (Nacken).

Bei beiden Spielern gab es zwar Entwarnung, dennoch werden sie Teile der Vorbereitung verpassen.

Während Bailey und Wolfe zum Ligastart gegen die Ravens wohl aber wieder dabei sein werden, wird der Star der Defensive fehlen.

Von Miller gesperrt

Pro Bowler Von Miller wurde von der NFL für die ersten sechs Partien gesperrt.

Der exzentrische Outside Linebacker wurde in seiner Rookie-Saison 2011 positiv auf Marihuana und Amphetamine getestet, nun folgte die Strafe.

Doch die Abwehr wird auch ohne Miller von Beginn zupacken müssen.

Denn in Denver tickt die Uhr. Der Super Bowl muss her - am Besten sofort.

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