Tim Tebow gewann 2007 die Heisman Trophy für den besten College-Spieler © getty

New England siegt zum Preseason-Auftakt, der kontroverse Spielmacher kriegt aber auf die Mütze. Seine Selbstkritik ist milde.

Von Michael Spandern

Ein Quarterback-Rating von 49,0 gilt gemeinhin als katastrophal, und daher versuchte Tim Tebow seinen ersten Auftritt für die New England Patriots auch nicht schönzureden.

"Ich glaube, ich habe noch Luft nach oben", sagte der viel diskutierte Quarterback nach dem Preseason-Auftakt und übte nur sehr milde Selbstkritik: "Ich habe manche Dinge gut gemacht, andere würde ich gern besser machen, und dafür sind ja solche Spiele da."

Klar, der 31:22 (24:14)-Erfolg bei den Philadelphia Eagles fällt unter die Kategorie Test. Aber bestanden hat ihn Tebow, der nur vier seiner zwölf Pässe an den Mann brachte und drei Sacks der Eagles-Defense einstecken musste, höchstens mit Ach und Krach.

Mallett verletzt sich - aber nicht schlimm

Und so sparte sich Coach Bill Belichick, gefragt nach der Leistung seines 1c-Spielmachers, auch jedes Lob. "Es gilt für alle das Gleiche: Das war weit davon entfernt, perfekt zu sein. Wir alle können daraus nur lernen."

"Ich will definitiv daraus lernen und es nächste Woche besser machen", pflichtete Tebow seinem Vorgesetzten bei. Ob er aber gegen Tampa Bay erneut so ausgiebig getestet wird, ist eher unwahrscheinlich.

Denn bei seinem Debüt profitierte er vom Ausfall Ryan Malletts, der sich kurz vor der Halbzeit am Kopf verletzte, nach der Partie aber Entwarnung gab.

Tebow hat jede Menge Spaß

Bei Mallett waren 9 von 18 Pässen vollständig, einen Touchdown warf aber nur Star-Spielmacher Tom Brady, der bei seinem Kurzeinsatz über eine Angriffssequenz ein grandioses Rating von 140,1 erzielte. (Chicago Bears - San Diego Chargers: Fr., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US)

Tebow dirigierte zumindest den vorentscheidenden Drive Mitte des dritten Viertels, bei dem er einen Sack schnell abhakte und gleich im nächsten Versuch einen 17-Yard-Pass in Brandon Boldens Hände warf.

Wenig später brachte ein Touchdown von LeGarrette Blount den Patriots, die auf Offensive Tackle Sebastian Vollmer verzichteten, das 31:14.

"Es hat sich gut angefühlt, einfach nur das Spiel zu spielen, das wir alle lieben", schwärmte Tebow. "Das macht eine Menge Spaß."

In den Vorjahren nur zwei Pats-Quarterbacks

Der 25-Jährige, der vier Läufe für insgesamt 31 Yard Raumgewinn hinlegte, hatte im Trainingscamp einen Aufwärtstrend gezeigt und hofft, einen Platz im 53-köpfigen Spielkader des dreimaligen Super-Bowl-Gewinners zu ergattern.

In den beiden Vorjahren hatten die Pats jeweils nur zwei Quarterbacks auf der Liste der Aktiven gemeldet.

Tebow, der bei den New York Jets gescheitert war, hatte aufgrund seiner Spielintelligenz und seiner Arbeitsmoral im Juni eine neue Chance erhalten. Belichick hatte betont, er werde den vielseitigen Mann auf der Position einsetzen, auf der er dem Team am meisten hilft.

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